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Deutsche Bahn: Massive Kritik an Eisenbahn-Bundesamt

Vier Jahre und länger dauert es, bis neue Lokomotiven zugelassen werden, Dutzende fabrikneue Züge stehen mangels Zulassung auf Abstellgleisen. Bahnchef Grube ist darüber schwer verärgert, Bundesverkehrsminister Ramsauer will das Eisenbahn-Bundesamt jetzt umbauen.

In langen Reihen stehen sie auf Abstellgleisen und aufgelassenen Rangierbahnhöfen: Die 2008 erstmals präsentierten Triebzüge der Marke "Talent 2" hatten zunächst keine, dann nur eine eingeschränkte Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt. Nach langem Tauziehen liegt sie zwar mittlerweile vor, die Deutsche Bahn und der Hersteller Bombardier streiten aber nach wie vor über angebliche technische Mängel der Züge.

Die Deutsche Bahn beklagt Einnahmenverluste und fürchtet um ihren Ruf, Hauptbetroffene sind aber die Bahnfahrgäste: Sie müssen ihren täglichen Weg zur Arbeit oder in die Schule in oft jahrzehntealten Nahverkehrswagen absolvieren, die von oft nicht viel jüngeren Lokomotiven aus der Bundesbahnära gezogen werden. Kein Wunder, dass Verspätungen und Zugausfälle durch technische Störungen an der Tagesordnung sind.

Licht und Schatten bei der Bahn

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Bahnchef Rüdiger Grube äußerte bereits mehrmals deutlich seine Empörung über die technischen Mängel und die schleppende Zulassung neuer Fahrzeuge durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will jetzt einschreiten: „Es vergeht kaum ein Tag, dass ich nicht Beschwerden über das Eisenbahn-Bundesamt bekomme“, sagte Ramsauer am Dienstag in Berlin.

Ramsauer: "Schrecke vor nichts zurück"

Die Schwierigkeiten sollten daher „falls nötig, auch Konsequenzen haben“. Der Minister betonte, er lasse „das länger nicht mehr so durchgehen“. „Ich schrecke da vor nichts zurück.“
Das EBA ist unter anderem für die Zulassung neuer Lokomotiven und Züge zuständig, auch Umbauten an Bahnhöfen muss die Behörde genehmigen. Konkrete Angaben zu einem möglichen Umbau des EBA machte Ramsauer nicht. Der Minister sagte sprach lediglich von „Schlussfolgerungen mit Blick auf Aufbauorganisation und Ablauforganisation“ des Amtes.

Grube: "Zumutung für Hersteller"

Deutsche-Bahn-Chef Grube übte ebenfalls Kritik an der Arbeit des EBA: „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt“, sagte er in Berlin. So würden etwa Normen während der Entwicklung neuer Züge verändert - worauf sich die Zughersteller dann jeweils neu einstellen müssten. „Das kann man einem Hersteller nicht zumuten.“ Zudem seien die Zulassungzeiten insgesamt zu lang; auf die Freigabe einer Lokomotive etwa müssten die Bahnunternehmen rund 48 Monate warten.

Ramsauer und Grube hatten zuvor mit dem Deutschland-Geschäftsführer des Zugherstellers Bombardier, Klaus Baur, über die Liefer- und Zulassungprobleme des neuen Nahverkehr-Zuges Talent 2 gesprochen. Dieser hätte schon seit rund zwei Jahren ausgeliefert sein sollen, bislang sind aber nur wenige Züge tatsächlich verfügbar. Grund sind einerseits technische Probleme, zudem verzögert sich die Zulassung durch das EBA. Baur sagte, Bombardier erhalte für die Zulassung der Züge „immer weitere Auflagen“, die die Auslieferung verzögerten.

Diese Rechte haben Reisende

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Baur deutete an, die Züge könnte bis 2013 komplett auf den Schienen sein. Um dies zu beschleunigen, soll nun deshalb eine „konzertierte mobile Arbeitsgruppe“ eingesetzt werden, wie Ramsauer ankündigte. In dieser sollten Experten der Deutschen Bahn, dem EBA und Bombardier direkt vor Ort im Werk im brandenburgischen Hennigsdorf zusammenarbeiten, um Probleme zu lösen und die Zulassung zu beschleunigen. Eine derartige Zusammenarbeit sei etwa in der Luftfahrt schon seit langem absolut üblich, betonte Grube.

Eingesetzt werden sollen die neuen Bombardier-Züge unter anderem auch bei der Anbindung des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg. Sollten die Züge bis zur Eröffnung im Juni nicht zur Verfügung stehen, „da werde ich sehr, sehr ärgerlich“, sagte Grube. (dak/AFP)

Datum:  7 | 2 | 2012
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