Für die Deutsche Bank ist es im vierten Quartal unerwartet dick gekommen. Wie das Institut am Mittwoch mitteilte, rechnet es mit einem Verlust nach Steuern von 4,8 Milliarden Euro. Damit wird auch der Jahresabschluss 2008 mit nach etlichen Rekordjahren mit einem Minus von voraussichtlich 3,9 Milliarden Euro tiefrot ausfallen.
Der Aktienmarkt reagierte entsetzt auf die Ankündigung. Die Aktien des deutschen Branchenprimus fielen in der Spitze um 8,3 Prozent auf 22,26 Euro. "Das ist schon knackig", kommentierte ein Händler. "Ein Verlust war ja erwartet worden, aber wohl eher in der Region um eine Milliarde und nicht um vier Milliarden Euro", sagte ein anderer Börsianer.
Wegen der Marktverwerfungen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September hat der gesamte Bankensektor ein katastrophales Quartal hinter sich. Da sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bis zuletzt ziemlich großspurig gegeben hat, rechnete kaum jemand mit einem so großen Verlust.
Besonders schlecht abgeschnitten hat nach Angaben der Bank die Sparte Verkauf und Handel von Wertpapieren, insbesondere der Handel mit Kreditprodukten, Aktienderivaten und der Eigenhandel mit Aktien. Zudem spiegele das schlechte Ergebnis aber auch den Abbau von Risikopositionen wider: So sei etwa die Risikovorsorge für den Ausfall von Kreditversicherern (Monoliner) gebildet worden.
Auch die Vermögensverwaltung der Deutschen Markt habe das Quartal mit einem Verlust abgeschlossen. Dieser ergibt sich nach Angaben der Deutschen Bank aus einer Abschreibung auf einen amerikanischen Publikumsfonds und aus Zuschüssen zu Geldmarktfonds des Instituts.
Dividende trotz Verlust
Trotz der tiefroten Zahlen will die Deutsche Bank den Aktionären für 2008 offenbar eine Dividende ausschütten. In der Mitteilung des Instituts ist von 50 Cent pro Aktie die Rede. Für 2007 hatten die Aktionäre 4,50 Euro pro Aktie erhalten.
Die Kapitalausstattung ist nach Darstellung der Deutschen Bank dennoch komfortabel. Zum Ende des vierten Quartals habe sich die Kapitalquote auf zehn Prozent belaufen. Damit liegt das Institut gleichauf mit der Commerzbank, die allerdings gerade eine staatliche Kapitalspritze von 18 Milliarden Euro erhalten hat.
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