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31. Mai 2012

Deutsche Bank: Ackermanns Letzte

 Von Bernd Salzmann
Die Siegerposen liebt Josef Ackermann ganz besonders.  Foto: dapd

Die Aktionäre applaudieren dem Vorstandschef der Deutschen Bank zum Abschied. Kritik gab es dafür für den Aufsichtsrat.

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So unterschiedlich kann der letzte Arbeitstag zweier Männer im Dienste der Deutschen Bank  ausfallen: Als Aufsichtsratsmitglied Tilman Todenhöfer die Verdienste von Chefkontrolleur Clemens Börsig vor schätzungsweise 7000 Aktionären würdigt, kommt in der Frankfurter Festhalle nur zögerlicher Applaus auf.

Als Börsig  Minuten zuvor  die strategische Weitsicht von Vorstandschef  Josef Ackermann preist und ihm zuschreibt, dass die Deutsche Bank „als Gewinnerin aus der Finanzkrise hervor gegangenen ist“, entsteht im Publikum lebhafter Beifall. Der Großteil der Eigentümer erhebt sich sogar von den  Plätzen. Ackermann freut sich, wirkt sichtlich gerührt.

Aktionärsschützer Klaus Nieding, Vize-Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), erinnert daran, wie er anfangs gefremdelt hat mit Ackermann, als dieser in einem Atemzug einen Rekordgewinn und einen massiven Arbeitsplatzabbau ankündigte, als er eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zum Maß aller Dinge erklärte und im Mannesmann-Prozess   mit dem  Victory-Zeichen für negative Schlagzeilen sorgte.

Zusehends habe er den Schweizer jedoch schätzen gelernt. Als Krisenmanager, Gesprächspartner der Politik und Finanzfachmann. Ein  Gewinn von zusammen 27,8 Milliarden Euro und eine Dividende von zehn Milliarden Euro in den zehn Jahren mit Ackermann als Vorstandschef könne sich sehen lassen: „Das hat die Commerzbank nicht einmal seit Ende des Krieges geschafft.“

Auch Ackermann selbst zieht  eine positive Bilanz. Er hinterlasse seinen Nachfolgern Anshu Jain und Jürgen Fitschen eine Bank, die „im Hinblick auf Gewinn, wie Stabilität und soziale Verantwortung zur Weltspitze gehört“, sagt er − und verbindet damit kurz und knapp die  „besten Wünsche“ an die neuen Chefs,  die nicht zu seinen Wunschkandidaten zählten. Dafür dankt er ausführlich seinen Vorstandskollegen Hugo Bänziger und Hermann-Josef Lamberti, die künftig nicht mehr zur Führungs-Crew gehören.

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