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19. Mai 2014

Deutsche Bank: Gute Nachricht aus Katar

 Von 
Hier haben bald Schichs aus Katar einiges zu sagen: die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.  Foto: dpa

Das arabische Emirat Katar steigt bei der Deutschen Bank ein. Das ist für deutsche Steuerzahler eine gute Nachricht. Mit seinen Investitionen macht es der Scheich weniger wahrscheinlich, dass Deutschlands größtes Geldhaus bei der nächsten Finanzkrise ins Wanken gerät

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Frankfurt am Main –  

Nicht nur bei der Fifa sind die Milliarden aus dem arabischen Emirat Katar willkommen. Auch die Deutsche Bank nimmt gerne das Geld von Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani. Der Scheich aus Katar steigt als  größter Einzelaktionär bei der Deutschen Bank ein. Auch wenn vielen ein solcher Schritt auf den ersten Blick unheimlich erscheinen mag, so können sich die Deutschen als Steuerzahler darüber freuen. Mit seinen Investitionen macht es der Scheich weniger wahrscheinlich, dass Deutschlands größtes Geldhaus bei der nächsten Finanzkrise ins Wanken gerät und den Staat um Hilfe angehen muss.

Der Vertreter aus der Herrscherfamilie des Golfemirats trägt ein Viertel der Kapitalerhöhung mit. Mit dem Geld aus Katar und von anderen Investoren zieht die Deutsche Bank die Konsequenz aus der Finanzkrise. Sie baut Puffer auf, um auch bei einer neuerlichen Krise ohne   Hilfe vom Staat auszukommen. Das schafft Stabilität.

Umgekehrt zeigt der  Griff nach den Milliarden der Kataris und von anderen Investoren, wie sehr das Institut in Bedrängnis geraten ist. Die bisherige Kapitalschwäche, die Belastungen durch  all die Rechtsstreitigkeiten und die steigenden Anforderungen der Aufsicht erzwingen den Schritt, der keinem gefällt. Bei einer Kapitalerhöhung kommen neue Eigentümer dazu, was die bisherigen Inhaber, die Aktionäre von heute, einen unangenehmen Effekt hat: Der Wert ihres Anteils sinkt. Offenbar aber sahen die Frankfurter keine andere Möglichkeit mehr – so gesehen ist die Kapitalerhöhung ein Zeichen von Schwäche. Aber auch von der Bereitschaft, diese Schwäche auszumerzen.

Ähnlich wie bei der Fifa spielen Menschenrechte bei solchen Geschäften in der Bankenwelt keine Rolle. An diesem Montag wollen in Berlin führende Vertreter der internationalen Gewerkschaftsbewegung gegen skandalöse Arbeitsbedingungen und die moderne Sklaverei in dem Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft von 2022 protestieren.

Das dürfte die Manager der Deutschen Bank kaum interessieren. Fairerweise muss man konstatieren, dass die Kataris nirgends in Deutschland und auf der Welt Probleme haben, ihre Milliarden aus Öl-und Gasverkäufen unterzubringen. Bei Volkswagen etwa sind sie mit 17 Prozent beteiligt. Bei der Deutschen Bank geht es um einen Anteil von sechs  Prozent.

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