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Deutsche Bank: Hoch die internationale Solidarität

Die Londoner Investmentbanker der Deutschen Bank sollen nicht für die britische Sondersteuer auf Boni büßen müssen. Alle Beschäftigten weltweit müssen dafür blechen - und die Aktionäre. Von Robert von Heusinger

Ackermann will die Last der britischen Bonus-Steuer umlegen.
Ackermann will die Last der britischen Bonus-Steuer umlegen.
Foto: rtr

Die Deutsche Bank übt sich in Solidarität mit ihren britischen Investmentbankern. Sie sollen nicht für den britischen Alleingang einer Sondersteuer auf Bonuszahlungen für Banker büßen müssen.

Die zusätzlich anfallenden Kosten sollen deshalb weltweit auf das Personal umgelegt werden, sagte Vorstandschef Josef Ackermann der Financial Times. "Wir werden das klar globalisieren: Es wäre ungerecht, die britischen Banker anders zu behandeln", betonte der Schweizer.

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Ackermann schloss zudem nicht aus, dass ein Teil der zu erwartenden Zusatzkosten von den Anlegern der Bank getragen werden müsse. Hier sei aber noch keine Entscheidung gefallen.

Großbritannien will eine 50-prozentige Sondersteuer auf Banker-Boni von umgerechnet mehr als 27.500 Euro erheben. Diese soll allerdings nicht bei jedem einzelnen Mitarbeiter, sondern beim gesamten Prämienpool ansetzen. Die Beschäftigten sollen, so Ackermanns Wunsch, brutto überall gemessen an ihrer Leistung gleich bezahlt werden.

Da die Sondersteuer auf den Pool fällig wird, wird sie nicht als zum Brutto-Gehalt gehörig eingestuft. London ist für die Deutsche Bank und andere Geldhäuser der wichtigste europäische Standort für das Investmentbank-Geschäft.

Banker befürchten, dass die Steuer in Großbritannien zu ungerechtfertigten Gehaltsunterschieden zwischen London und anderen Standorten führen könnte. Ein Investmentbanker der Deutschen Bank rechnet daher damit, dass sein Haus in diesem Jahr fast nur Aktien als Boni auszahlt. Somit würde die Sondersteuer umgangen.

Ein anderer wettet darauf, dass die Deutsche Bank die Festgehälter der Investmentbanker kräftig steigen und im Gegenzug die Boni sinken lassen werde. Das stünde auch im Einklang mit den Forderungen der G20.

Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Länder hatten auf ihren Finanzgipfeln gefordert, dass die Boni in Relation zum Festgehalt eingedämmt werden sollten. Die Verknüpfung hoher Boni mit kurzfristigen Gewinnzielen gilt als eine Ursache für die Finanzkrise.

Analysten erwarten durch die Steuer aber nur geringe Belastungen für die Aktionäre des größten deutschen Geldhauses. Konrad Becker von Merck Finck beziffert die Kosten auf maximal 50 Millionen Euro. "Auswirkungen auf den Gewinn im Gesamtjahr sind daher nicht zu erwarten - egal wie die Aufteilung der Lasten zwischen Aktionären und Mitarbeitern aussieht", sagte der Bankexperte.

Dennoch kritisiert Bankchef Ackermann die auch in Frankreich erwogene Sondersteuer. "Boni sollten das Ergebnis von Angebot und Nachfrage nach fähigen Leuten sein", sagte er der Financial Times. Die Bundesregierung zieht bei den Steuerplänen nicht mit, weil eine solche Spezialabgabe nach ihrer Ansicht nicht mit dem Grundgesetz vereinbar wäre. (mit rtr)

Autor:  Robert von Heusinger
Datum:  18 | 12 | 2009
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