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21. Mai 2014

Deutsche Bank: Nicht ohne meinen Bonus

 Von 
Die Deutsche Bank will ihren Bankern höhere Boni zahlen.  Foto: dpa

Viele Banken wollen höhere variable Vergütungen zahlen - auch die Deutsche Bank. Die Banken können sich auf ihren Hauptversammlungen die Genehmigung der Aktionäre einholen, den Bonus auf das Doppelte des Fixgehalts zu erhöhen.

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Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Festhalle der Frankfurter Messe geht es jedes Jahr hoch her. Vor dem Eingang laufen stets Bankkritiker zu Demonstrationen auf, auch dieses Jahr haben Organisationen wie Blockupy, Oxfam, der WWF und Urgewald zu Protesten aufgerufen. Während der Hauptversammlung (HV) kommen Themen zur Sprache, über die sonst wenig zu hören ist: Etwa umweltbelastende oder menschenverachtende Geschäfte des Instituts.

Auf der HV am heutigen Donnerstag wird aber vermutlich, neben der unlängst angekündigten milliardenschweren Kapitalerhöhung, ein Thema die Gemüter der Aktionäre besonders erregen: Das Institut will sich von seinen Eignern die Genehmigung einholen, seinen Bankern höhere Boni zahlen zu können.

Laut europäischer Gesetzgebung ist es seit diesem Jahr so, dass die variable Vergütung sogenannter „Risikoträger“ – Banker, die besonderen Einfluss auf das Risikoprofil eines Instituts haben – nur noch genauso hoch sein darf wie das Fixgehalt. In Deutschland gehen die Aufseher noch weiter: Hier gilt der Bonus-Cap für alle Mitarbeiter.

Wütende Kleinaktionäre

Die Banken können sich allerdings auf ihren Hauptversammlungen die Genehmigung der Aktionäre einholen, den Bonus auf das Doppelte des Fixgehalts zu erhöhen. In Deutschland will das neben der Deutschen Bank bislang offiziell nur die zur italienischen Unicredit gehörende Hypovereinsbank machen, zudem haben die Aktionäre der Aareal Bank am Mittwoch darüber abgestimmt. In Europa stehen die Institute mit den Plänen nicht alleine da: Zahlreiche Großbanken wie Barclays, BNP Paribas, UBS oder Société Générale haben sich die Genehmigung schon eingeholt oder wollen das noch tun.

Dabei sitzen die meisten „Risikoträger“ in London und sind gut bezahlte Investmentbanker. Laut einem Bericht der EU-Aufsichtsbehörde EBA bekamen 2012 in Großbritannien 2714 Banker mehr als eine Million Euro, in Deutschland dagegen waren es „nur“ 212, in Frankreich 177.

Auf den Hauptversammlungen weht den Banken aber ein eisiger Wind entgegen. Beim Eigentümertreffen der britischen Bank Barclays stimmten immerhin 34 Prozent der Anwesenden gegen eine Erhöhung der Bonusgrenze oder enthielten sich der Stimme. Wütende Kleinaktionäre warfen den Managern vor, sie hätten eine „Kultur der Gier“ geschaffen. Der Konzerngewinn von Barclays war 2013 um ein Drittel gefallen, die Bank hat die Entlassung von 19 000 Mitarbeitern angekündigt – gleichzeitig wurden die Boni um zehn Prozent aufgestockt. Sie lagen bei umgerechnet 2,9 Milliarden Euro und waren damit zweieinhalb mal so hoch wie die Dividende für die Aktionäre.

„Die Einkommen in der Finanzbranche sind zu hoch, aber wir können es nicht riskieren, daran etwas im Alleingang zu ändern“, verteidigte Barclays-Manager John Sunderland das Vorgehen. So sehen es auch andere Banken. Sie behaupten, sie würden ihr bestes Personal an andere Kredithäuser – oder ans unregulierte Schattenbankensystem, etwa an Hedge-Fonds – verlieren, wenn sie nicht mehr so viel zahlen dürfen. Zudem würde es darauf hinauslaufen, dass sie ihren Mitarbeitern höhere Fixgehälter zahlen müssten. Fixgehälter können, anders als Boni, in schlechten Jahren aber nicht gekürzt werden – langfristig könnten die Personalkosten für die Banken dadurch tatsächlich steigen.

Auch dieses Jahr wird wieder vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank demonstriert werden.  Foto: christoph boeckheler*

In Großbritannien sind einige Banken dazu übergegangen, sich mit einem Trick zu behelfen. Sie haben sogenannte „Funktionszulagen“ eingeführt, die rechtlich dem Fixgehalt zugeordnet sind. Dadurch wiederum kann auch ein höherer Bonus gezahlt werden. Allerdings können die Zulagen leichter wieder gestrichen werden als das Fixgehalt.

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Auf der Insel spielt die Regierung ohnehin ein undurchsichtiges Spiel. Einerseits hat sie vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen den europaweiten Bonus-Cap eingereicht, weil sie Nachteile für den Finanzplatz London befürchtet. Andererseits hat sie aber auch verhindert, dass die seit der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of Scotland auf ihrer Eigentümerversammlung über eine Verdoppelung der Boni abstimmen lässt. Eine Erhöhung des Boni-Deckels bei der Bank „ist nicht zu rechtfertigen“, so das britische Finanzministerium.

Auch die Deutsche Bank wird sich auf ihrer HV kritische Fragen zu der Thematik von ihren Eignern anhören müssen. Die Großaktionäre werden den Antrag des Instituts aber voraussichtlich dennoch durchwinken. Die Bank verdiente im vergangenen Jahr 681 Millionen Euro, zahlte den Mitarbeitern aber 3,2 Milliarden Euro Boni. Demgegenüber sollen die Aktionäre eine Dividende von 0,75 Cent je Aktie erhalten – das ergibt einen Gesamtbetrag von 765 Millionen Euro.

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