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13. Dezember 2012

Deutsche Bank: Pechsträhne bei der Deutschen Bank

 Von Grit Beecken
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Foto: Getty

Nach der Großrazzia und den Ermittlungen wegen Steuerbetrugs kündigt der Vorstand der Deutschen Bank überraschend einen Gewinneinbruch an.

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Die Deutsche Bank hat am Donnerstag überraschend einen Gewinneinbruch angekündigt. Finanzvorstand Stefan Krause warnte Investoren und Analysten in einer Konferenz vor massiven Sonderbelastungen. Insbesondere das Sparprogramm und die Integration der Postbank drücken das Ergebnis im vierten Quartal. Konkrete Zahlen nannte Krause aber noch nicht.

Die Ankündigung ist bereits die zweite schlechte Nachricht, die Deutschlands Branchenprimus in dieser Woche liefert. Am Mittwoch verhaftete die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt fünf Mitarbeiter des Instituts wegen der Unterschlagung von Beweismitteln und einem bestehenden Geldwäscheverdacht. Weiterhin ermitteln die Strafverfolger gegen Bankchef Jürgen Fitschen und Krause. Sie vermuten Steuerbetrug im Zusammenhang mit dem Handel von Verschmutzungsrechten. Die beiden Vorstände haben 2009 eine Steuererklärung unterzeichnet, in der sie zu Unrecht Erstattungen in Höhe von 310 Millionen Euro geltend gemacht haben. Die Deutsche Bank hat diese Steuerklärung inzwischen korrigiert – für den Geschmack der Staatsanwälte allerdings zu spät.

Berliner Politik ist alarmiert

Dass selbst der Vorstand in den Steuerskandal involviert ist, alarmiert die Berliner Politik. „Es ist an der Zeit, dass nun endlich bei der Deutschen Bank nachgeguckt wird“, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin der Nachrichtenagentur Reuters. „Bei jedem Finanzskandal ist die Deutsche Bank dabei.“

Die Vorsitzende des Finanzausschusses des Bundestags, Birgit Reinemund, äußerte sich ebenfalls kritisch. Selbstverständlich stehe der Unterzeichner einer Steuererklärung in der Verantwortung, sagte die FDP-Politikerin.

Ein Insider der Deutschen Bank sagte Reuters, Fitschen und Krause trügen zwar die politische Verantwortung. Es gebe aber nicht den Vorwurf, dass sie in irgendeiner Form an dem CO2-Steuerbetrug mitgewirkt hätten. Im Fokus stünden neben den festgenommenen Händlern vielmehr auch jene Mitarbeiter der Fachabteilungen, die an der fraglichen Umsatzsteuererklärung mitgewirkt hätten.

Skandale der Vergangenheit

Die fünf verhafteten Mitarbeiter sind am Donnerstagmittag dem Richter vorgeführt worden. Das Amtsgericht Frankfurt prüft, ob die Banker in Haft bleiben. Bis Redaktionsschluss stand die Entscheidung noch aus.
Die Deutsche Bank hatte im September eine strategische Neuausrichtung bekanntgegeben und in diesem Zusammenhang einen grundlegenden Kulturwandel angekündigt. Nun holen die Skandale der Vergangenheit das Institut ein – genau wie die Geschäfte aus früheren Zeiten. Mittlerweile bündelt die Deutsche Bank ihre risikobehafteten strategisch nicht mehr wichtige Aktivitäten in einer internen Bad Bank.

Die Bank selbst nennt den Bereich „Non-Core Operations“ und will in diesem Zusammenhang von schlechten Vermögenswerten sprechen. Tatsächlich gehören auch ein Kasino in Las Vegas und die Frankfurter BHF-Bank in den Bereich, beide gelten nicht als schlechte Investments. Insgesamt umfasst die Sparte mittlerweile Vermögenswerte von 122 Milliarden Euro, die sukzessive abgebaut und verkauft werden sollen. Darauf legen vor allem ihre Investoren Wert.

Doch die zeigten sich angesichts der schlechten Nachrichten enttäuscht und stiegen aus. Die Aktie verlor deutlich. Krause wünschte seinen Investoren am Ende der Konferenz trotzdem ein schönes Weihnachtsfest.

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