kalaydo.de Anzeigen

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

08. November 2012

Deutsche Telekom: Telekom mit Milliardenverlust

Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der Telekom AG, sitzt in Bonn bei einer Pressekonferenz auf dem Podium. Er muss tiefrote Zahlen präsentieren. Foto: dapd

Tiefrote Zahlen bei der Deutschen Telekom: Wegen hoher Abschreibungen auf T-Mobile USA weist der Telekommunikationsriese einen Quartalsverlust von 6,9 Milliarden Euro aus.

Drucken per Mail
Frankfurt –  

Die Deutsche Telekom hat wegen Abschreibungen auf die Krisentochter T-Mobile USA einen Milliardenverlust verbucht. Im dritten Quartal sei ein Fehlbetrag von 6,9 Milliarden Euro angefallen, teilte die Telekom mit. Die Belastungen sind Folge der geplanten Fusion der US-Tochter mit dem Rivalen MetroPCS, die Anfang Oktober bekannt gegeben wurde.

Nachteil des Deals: Da T-Mobile USA nicht mehr so hoch bewertet wird wie beim Einstieg, müssen 7,4 Milliarden Euro auf das Unternehmen abgeschrieben werden. Zusammen mit anderen Negativposten summieren sich die Sonderbelastungen für den Konzern im dritten Quartal auf insgesamt 7,8 Milliarden Euro.

Der Quartalsverlust ist der größte für die Telekom seit zehn Jahren. Im dritten Quartal 2002 fuhr der ehemalige Staatskonzern knapp 21 Milliarden Euro Verlust ein. Grund war auch damals das US-Geschäft - hauptsächlich auf T-Mobile USA mussten damals 19 Milliarden Euro abgeschrieben werden. Der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer hatte 2001 für den T-Mobile-Vorgänger Voicestream 40 Milliarden Euro gezahlt.

Obermann verteidigt Fusionspläne

Telekom-Chef Rene Obermann verteidigte am Donnerstag die teuren Fusionspläne. „Wir haben im vollen Bewusstsein der buchhalterischen Konsequenzen eine zukunftsweisende Entscheidung für unser US-Geschäft getroffen“, erklärte Obermann. Wer nun nur auf das tiefrote Konzernergebnis schaue, übersehe, dass das operatives Geschäft voll auf Kurs sei.
Für die Telekom ist die Fusion mit dem Regionalanbieter MetroPCS nur die zweitbeste Lösung. Eigentlich wollte die Bonner T-Mobile USA - Nummer vier in dem Land - im vergangenen Jahr für 39 Milliarden Dollar an den Telekomriesen AT&T verkaufen. Die US-Wettbewerbsbehörden stoppten die Transaktion.

Der Vorstand des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns hält trotz des Milliardenverlusts an seinen Versprechen für 2012 fest: Wie geplant solle eine Dividende von 70 Cent je Titel gezahlt werden. Das freut vor allem den Bund, der gut 30 Prozent der Aktien hält. Auch zur Geschäftsprognose steht die Telekom: Bei einem Free Cash Flow von sechs Milliarden Euro soll das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) in diesem Jahr 18 Milliarden Euro erreichen. In den ersten neun Monaten wurden davon 14,1 Milliarden Euro erreicht. (rtr)

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Videonachrichten Wirtschaft
Steueroasen
Beliebtes Steuerparadies: Cook Inseln.

Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.

FR-Forum Entwicklung
Das "Forum Entwicklung" ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Die FR diskutiert mit Polarexperte Arved Fuchs, Prof. Claudia Kempfert und Dr. Stephan Paulus.

Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Insolvenz
Hunderte von Filialen hat Schlecker bereits geschlossen.

Der Insolvenzverwalter ist bestellt, jetzt beginnt die harte Zeit der Neuordnung von Schlecker. Wir erklären, wie es mit der Kette weitergeht.

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."