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30. Januar 2012

Digitale Rabatte: Was Sie beim Online-Shopping beachten sollten

 Von Jutta Maier
 

Wer im Internet einkauft, kann viel Geld sparen. Doch es kann auch viel schiefgehen.

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Wer im Internet einkauft, kann viel Geld sparen. Doch es kann auch viel schiefgehen.

Amazon sticht Aldi und Ikea aus: Bei einer Umfrage unter 1500 deutschen Kunden wurde der Online-Riese zur beliebtesten deutschen Einzelhandelsmarke gekürt. Den Discounter und den Möbelriesen verwiesen die befragten Konsumenten in einer Studie des Onlineshopping-Vergleichsportals Kelkoo auf die Ränge 2 und 3. Und das, obwohl Amazon gemessen am Umsatz unter den deutschen Händlern nur an 22. Stelle steht.

Die Beliebtheit des Internet-Kaufhauses ist ein Zeichen dafür, dass in Deutschland und ganz Europa immer mehr Kunden per Mausklick einkaufen, anstatt ins Geschäft zu gehen. Das zeigte sich besonders vergangene Weihnachten: Im Dezember 2011 bestellten die Europäer fast doppelt so viele Waren online wie im Vorjahresmonat und gaben fast 80 Prozent mehr Geld aus, wie der Zahlungsdienstleister Ayden ermittelte.

Sparte verzeichnet gutes Wachstum

In Deutschland wuchs der Internet- und Versandhandel von Januar bis November 2011 zwar nur um moderate 5,2 Prozent, doch keine andere Handelssparte konnte solche Zuwachsraten verbuchen. Tendenz: weiter steigend. Kein Wunder, denn im Internet sind die Preise oft deutlich niedriger als im Laden.

Von dem Trend zum Internet-Handel profitieren laut Handelsverband HDE aber dennoch auch viele stationäre Händler. Denn sie denken zunehmend nicht mehr in einzelnen Vertriebskanälen, sondern verkaufen ihre Ware auch im Online-Shop, kommunizieren mit ihren Kunden über soziale Netzwerke und bieten zum Beispiel Smartphone-Besitzern digitale Rabatt-Coupons an.

Tipps fürs Online-Shopping

Vertrauen: Gütesiegel geben einen Hinweis darauf, ob ein Webshop vertrauenswürdig ist oder nicht. Die europäische Initiative D21 empfiehlt vier Online-Gütesiegel: Internet privacy standards (ips), S@fer-shopping (TÜV Süd), Geprüfter Online-Shop (EHI) und Trusted Shops. Näheres zu diesen Siegeln im Internet unter internet-guetesiegel.de

Test: Die Stiftung Warentest hat Online-Shops für Kleidung und Schuhe getestet. Von den 13 geprüften Anbietern schnitt jeder zweite gut ab. Kritisiert wurde allerdings, dass die Händler ihre Kunden weitgehend im Unklaren darüber lassen, was sie mit den Kundendaten machen.

Zahlung: Kreditkartenzahlung und Vorauskasse sind am meisten verbreitet. Im Schnitt kann man in Webshops zwischen vier verschiedenen Zahl-Varianten wählen. Verbraucherschützer empfehlen, erst nach Erhalt der Ware auf Rechnung zu zahlen oder eine Einzugsermächtigung zu erteilen. So entgeht man dem Risiko, bei falscher oder fehlerhafter Ware seinem Geld hinterherzulaufen: Die Rechnung begleicht man erst, wenn die Ware in Ordnung ist.

Beispiel Media Markt: Die Elektronikmarkt-Kette startete vor zwei Wochen ihren Webshop, die Kunden können Ware online kaufen und dann im Markt abholen oder dort umtauschen. Gleichzeitig findet im Online-Markt ein starker Konzentrationsprozess auf einige wenige Anbieter statt: Eine Marktstudie des EHI Retail Institute zeigte, dass 2010 die zehn größten Anbieter fast ein Drittel aller Umsätze erzielten. Amazon und Otto erwirtschafteten als die beiden größten Online-Shops in Deutschland zusammen mehr als vier Milliarden Euro.

Wer im Internet einkauft, sollte jedoch ein paar Dinge beachten. So sollten der Firmenname und die Adresse des Anbieters leicht auf der Homepage des Shops zu finden sein. Kein gutes Zeichen ist es, wenn man keine oder nur eine Postfachadresse findet. Gütesiegel geben einen Hinweis darauf, ob der Anbieter vertrauenswürdig ist (siehe Infokasten).

Zu den Informationspflichten der Anbieter gehört es, Verbrauchern die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) jederzeit zugänglich zu machen. Auch über Rückgabe- oder Widerrufsrechte sowie gegebenenfalls über eine existierende Kündigungsfrist muss der Anbieter informieren. Bei online abgeschlossenen Verträgen haben Verbraucher normalerweise ein 14-tägiges Widerrufs- oder Rückgaberecht. Dementsprechend kann der Vertrag entweder durch eine schriftliche Erklärung oder durch Rücksenden der Ware aufgelöst werden.

Alte Ware als neu verkauft

Die Stiftung Warentest verweist in ihrer jüngsten Ausgabe darauf, dass viele Händler Retouren als neue Ware verkaufen. Das kommt nicht von ungefähr: Einer Umfrage zufolge schickte 2010 jeder siebte Internet-Kunde gekaufte Elektronik zurück, bei Kleidung lag die Rücklauf-Quote sogar bei fast 29 Prozent. Nur selten werde solche schon mal versendete Ware durch Hinweise wie „Retourware, Verpackung geöffnet“ gekennzeichnet. Und auch Preisnachlässe seien in solchen Fällen eher selten. Wer sich damit nicht abfinden will und vor Gericht zieht, zieht meist den Kürzeren, berichtet die Stiftung: Weder eine beschädigte Verpackung noch fremde Fotos auf einer Kamera machten aus Sicht der Richter aus neuen Geräten gebrauchte Ware.

Beim Bezahlen sind Kreditkartenzahlung und Vorauskasse am meisten verbreitet. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät allerdings dazu, erst nach Erhalt der Ware auf Rechnung zu zahlen oder eine Einzugsermächtigung zu erteilen. So entgeht man dem Risiko bei falscher oder fehlerhafter Ware seinem Geld hinterherzulaufen. Bei einer Einzugsermächtigung kann man innerhalb von sechs Wochen widersprechen.

Vorsicht bei Bestellungen im Ausland: Zoll- und Steueraufschläge sowie Versand- und Lieferkosten können die Ware extrem verteuern. Zudem sollte man sich bei seiner Bank informieren, welche Gebühren bei Auslandsüberweisungen anfallen. Was den Datenschutz angeht, so darf der Unternehmer auch ohne ausdrückliche Einwilligung personenbezogene Daten wie Lieferadresse und Kontonummer erheben. Wie, in welchem Umfang und zu welchem Zweck die Daten erhoben werden, muss der Anbieter aber in einer Datenschutzerklärung offen legen. Wenn es um die Verwendung von Daten zu Werbezwecken geht, gilt: Unternehmen dürfen ihren Kunden per Post Werbung zuschicken, wenn diese zuvor in ihrem Webshop eingekauft haben. Werbe-E-Mails dagegen sind nicht erlaubt, wenn der Käufer zuvor Widerspruch dagegen eingelegt hat.

Technisch auf der sicheren Seite ist man, wenn die Daten verschlüsselt übertragen werden. Dies ist jedoch längst nicht Standard bei allen Firmen. Am meisten verbreitet ist das Verfahren SSL, das man durch entsprechende Meldungsfenster sowie an einem „s“ hinter dem „http“ in der Adresszeile des Browsers erkennt.

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