Jahrelang stand der Slogan "Die Beraterbank" sinnbildlich für das Dresdner Geldhaus. Doch die Zukunft der Dresdner Bank und ihrem grünen Banner ist nach der Übernahme durch die Commerzbank ungewiss. Deren Vorstandssprecher Martin Blessing stellte klar, dass eine der beiden Marken verschwinden wird. Im Zweifel trifft es wohl eher die Dreba.
Auch Manfred Schmidt, Vorsitzender des Instituts für Markentechnik in Genf, hält dieses Szenario für wahrscheinlich, warnt jedoch vor der Reaktion der Kunden. Schon kleinste Unstimmigkeiten könnten nach der Übernahme Zweifel sähen. Konkret heißt das: Steht auf dem Kontoauszug plötzlich Commerzbank statt Dresdner Bank, werden die Kunden skeptisch. "Bei solch einer Vermischung fragen sich die Verbraucher, wie sehr sie der Marke noch trauen können", erklärt Schmidt. So steht die neue Verbindung Dresdner-Commerzbank aus Kundensicht vom ersten Tag an unter Beobachtung. Geht dann etwas schief, neigen die Verbraucher dazu, zu einer dritten Bank zu wechseln. Ein Risiko, dass die Banker bei einem Verschwinden der Dresdner einkalkulieren müssen.
Dabei gibt es aus Sicht der Markenforscher gute Gründe für eine Zweimarkenstrategie. So ist die Dresdner Bank laut dem Farbenpsychologen Klausbert Vollmar, die einzige Bank, die auf die Farbe Grün setzt. Dieser Wiedererkennungswert ginge bei einer Zusammenlegung verloren. Ganz zu schweigen vom Wert der Marke an sich: Denn allein das Branding "Commerzbank" - also den Bekanntheitswert von Name, Schriftzug und Logo - bezifferte BBDO Consulting in einer Studie von 2007 auf 2,3 Milliarden Euro. Die Marke Dresdner Bank dürfte sich ebenfalls über der Milliardengrenze bewegen. Doch es gibt eine letzte Hoffnung - zumindest für die Beraterbank. Vielleicht pickt sich der neue Vorstand der fusionierten Kreditinstitute ja die markentechnischen Rosinen aus beiden Häusern heraus, so wie Sprecher Blessing das andeutete: Mal sehen ob es bald "Commerzbank - die Beraterbank" heißen wird.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.
Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.