Die Drogeriekette Schlecker hat vor dem Arbeitsgericht Marburg eine Niederlage erlitten: Vier Verkäuferinnen müssen zu den bisherigen Löhnen weiterbeschäftigt werden.
Schlecker hat im April eine Filiale im hessischen Gladenbach geschlossen. Im gleichen Gebäude soll im Mai ein größeres sogenanntes XL-Geschäft eröffnen. Schlecker habe zwei Verkäuferinnen aus der alten Filiale angeboten, in den XL-Laden zu wechseln, allerdings zu schlechteren Bedingungen, sagt der Direktor des Marburger Arbeitsgerichts, Hans Gottlob Rühle, der FR.
Eine Verkäuferin habe bislang 12,93 Euro pro Stunde erhalten, so Joachim Hauke von der Gewerkschaft Verdi. Künftig sollte sie nur noch neun Euro bekommen - gut 30 Prozent weniger.
In dem Eilverfahren entschied das Gericht, dass Schlecker alle Beschäftigten von 21. Mai an, wenn die XL-Filiale eröffnet, zu den bisherigen Bedingungen beschäftigten muss. Und zwar so lange, bis das Hauptverfahren abgeschlossen ist.
Laut Gericht handelt es sich um einen Betriebsübergang. Damit seien die Beschäftigten für mindestens ein Jahr geschützt, sagt Achim Neumann, Verdi-Unternehmensbetreuer für Schlecker.
Seine Gewerkschaft verhandle zurzeit mit dem Management über einen XL-Tarifvertrag. Eine Forderung: Wer von alten Schlecker-Filialen in XL-Geschäfte wechselt, soll zu den bisherigen Bedingungen arbeiten.
Sollte kein akzeptables Ergebnis gelingen, droht Verdi mit einem Streik. "Zurzeit sind wir dabei, das vorzubereiten", so Neumann. In der Verhandlungsrunde am 5. Mai könne sich bereits entscheiden, ob es zum Arbeitskampf kommt.
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