Anton Schlecker, Inhaber der größten Drogeriekette Deutschlands, kommt aus der Deckung. Es sei nicht wahr, dass sein Unternehmen Minilöhne von 6,50 Euro bezahle, sagte er dem Manager Magazin. "Wir haben diesen Betrag mal angedacht, aber davon ist jetzt keine Rede mehr." Die Gewerkschaft Verdi hatte Schlecker vorgeworfen, Stammpersonal zu entlassen und in der 2009 eigens gegründeten Zeitarbeitsfirma Meniar zum halben Lohn wieder einzustellen - in den neuen, größeren XL-Filialen.
Meniar wende "die seit 2010 zwischen den DGB-Gewerkschaften und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen ausgehandelten Tarife an", beteuerte Schlecker. "Weil wir aber keinen Ärger mit den Arbeitnehmervertretern wollen, werden wir unsere Verbindungen mit Meniar beenden." Ohnehin habe nur ein sehr kleiner Teil der 52.000 Schlecker-Beschäftigten einen Vertrag mit Meniar.
Gleichzeitig räumte Schlecker geschäftliche Probleme ein. Sein Konzern verliere seit 2004 kontinuierlich an Umsatz. Deshalb müsse das gesamte Geschäftsmodell "umgewälzt" werden. So sollen 2010 etwa 500 kleine Läden geschlossen und dafür noch mehr große Geschäfte eröffnet werden. "Wir investieren derzeit klotzig", sagte Schlecker dem Magazin.
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