Die Telekom macht eine Landpartie. Der Konzern will den Ausbau mit schnellen DSL-Internetleitungen auch in kleineren Kommunen forcieren. "Wir werden Ende 2008 rund 96 Prozent aller Haushalte mit DSL versorgen, und das in über achtzig Prozent aller Anschlüsse mit mehr als zwei Megabit pro Sekunde", sagte Festnetzvorstand Tim Höttges vor der Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (IFA). Insgesamt rund 600 Millionen Euro werde die Telekom dafür in der Periode 2007 und 2008 investieren.
Der Ausbau der Infrastruktur wurde in der Vergangenheit strickt nach betriebswirtschaftlichen Vorgaben umgesetzt. Das bedeutet: Wo die Bevölkerungsdichte hoch ist, wurde viel investiert, weil in städtischen Regionen mehr Anschlüsse an einem Verteiler hängen und deshalb die Kosten pro Haushalt geringer sind als auf dem Land. Das hat der Telekom, die immer noch zu einem Drittel dem Staat gehört, viel Kritik von Verbraucherschützern eingebracht. Höttges lässt das nicht auf sich sitzen und betont, dass nur ein Prozent "der Investitionen in die weißen Flecken" von Konkurrenten kämen, den Rest stemme die Telekom.
Beobachter gehen davon aus, dass der Ausflug der Bonner aufs Land mit dem härteren Wettbewerb im DSL-Geschäft zusammenhängt. Nicht nur Telekommunikationsfirmen wie die Vodafone-Tochter Arcor machen Dampf, sondern auch die Kabelnetzbetreiber, etwa Unitymedia in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Deshalb geht es für den Ex-Monopolisten bei seiner Landnahme jetzt auch darum, sich Marktanteile zu sichern.
Zweiter Punkt um Kunden zu halten und zu locken: Das Fernsehen über das Internet. Dafür sind aber Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 16 Megabit in der Sekunde notwendig. In rund 1000 Städten und Gemeinden soll das so genannte IPTV bis Jahresende verfügbar sein, sagte Höttges. In Ballungsgebieten rüstet die Telekom ihr Netz sogar mit Glasfaser auf, um bis zu 50 Megabit zu ermöglichen. Diese Bandbreite wird vor allem benötigt, um bis zu vier TV-Programme gleichzeitig für einen Anschluss zu liefern, und zwar in hoch auflösender Qualität. Bis Jahresende sollen 50 Städte an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen sein. Derzeit hat die Telekom 250 000 IPTV-Kunden. fw/rtr
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