Die Ermittlungen der amerikanischen Behörden gegen praktisch alle führenden Banken der Wall Street könnten in einem branchenübergreifenden Vergleich münden. Einem Bericht der New York Times zufolge diskutieren die Bankenchefs untereinander bereits die möglichen Bedingungen einer solchen Lösung.
Den Instituten werden unsaubere Praktiken im Hypothekengeschäft vorgeworfen. Sie sollen Hypothekenpapiere auf Geheiß anderer Finanzakteure kreiert haben, die dann selbst gegen diese Papiere wetteten. Den Bankkunden wurden diese Papiere aber als sichere und vielversprechende Wertanlagen verkauft.
In den USA haben Bundesstaatsanwaltschaft, das Justizministerium und mehrere Aufsichtsbehörden parallel Ermittlungen gegen praktisch alle führenden Banken der Wall Street aufgenommen, darunter auch europäische Finanzhäuser wie Deutsche Bank, UBS und Credit Suisse. Im Visier sind zusätzlich die drei großen Ratingagenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch. Ziel ist es allgemein, die Finanzkrise aufzuarbeiten und Schuldige zu finden.
Doch die juristischen Hürden für zivil- und strafrechtliche Verfahren sind hoch, die Ermittlungen aufwendig und die Erfolgschancen ungewiss. Für die Behörden wäre es ein großer Gesichtsverlust, wenn sie am Ende eines langen Prozesses vor Gericht abblitzen würden.
Und auch die Banken der Wall Street haben kein Interesse daran, ihre Geschäfte längerfristig durch Strafklagen bedroht zu sehen.
Die Finanzhäuser zählen allerdings in den Vereinigten Staaten auch zu den großen Wahlkampfspendern der Politiker, die darauf angewiesen sind, dass dieses Geld auch in Zukunft weiterhin fließt - was es erheblich erschwert, die Banken tatsächlich juristisch abzustrafen. (rtr)
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