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09. Oktober 2014

DVB-T: Wieder Umstellung beim Antennen-Fernsehen

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Digitales TV wird über DVB-T auch mit Antennen empfangen – nur wie lange noch?  Foto: Imago

Hohe Kosten und viel Schrott: Die kleinen Boxen zum Empfang des DVB-T-Signals können in absehbarer Zeit auf den Müll geschmissen werden - denn bald kommt DVB-T2 und löst den bisherigen Standard ab.

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Wenn es einmal nicht um die Pkw-Maut geht, sondern um das schnelle Internet, blüht der selbsternannte „Minister für Mobilität und Modernität“ richtig auf. Alexander Dobrindt spricht dann von Initialzündungen, dynamischen Innovationsfeldern und Daten-Tsunamis. Und anders als bei der Maut drückt er beim Thema Breitbandausbau tatsächlich aufs Tempo. Was der CSU-Mann dabei allerdings verschweigt: Für mehrere Millionen Fernsehzuschauer wird das Ganze ein sehr teuer Spaß.

Der Zusammenhang zwischen Breitbandausbau und Fernsehen ist etwas kompliziert. Der Reihe nach: Um das schnelle Internet auch in die hintersten Winkel der Republik zu bekommen und zusätzlich das Geld für eine Förderung des Ausbaus aufzubringen, sollen weitere Funkfrequenzen versteigert werden. Dabei geht es um das sogenannte 700-Megahertz-Band. Über diese Frequenzen funkt derzeit aber noch das relativ junge digitale Antennenfernsehen DVB-T, das bundesweit von immerhin 3,8 Millionen Haushalten genutzt wird.

Kein Bild mehr über Antenne

Bereits 2015 will Dobrindt die Frequenzen an die meistbietenden Mobilfunkunternehmen verkaufen, ab Mitte 2016 oder spätestens 2017 soll dort mobiles LTE-Breitband verfügbar sein. Was die bisher internetfreie Landbevölkerung freuen kann, bedeutet Pech für die DVB-T-Gucker: Ihre Fernseher bleiben fortan dunkel. Die erst vor einigen Jahren angeschafften kleinen Boxen zum Empfang des DVB-T-Signals können auf den Müll geschmissen werden. Selbst LED-TV empfangen dann kein Bild mehr über Antenne.

Nun muss zu Dobrindts Gunsten gesagt werden, dass die Abschaltung von DVB-T schon seit längerem vorgesehen war, aber frühestens für 2020 – also drei Jahre später. In den Startlöchern steht bereits der Nachfolgestandard DVB-T2, der Bilder in höherer Qualität ermöglicht.

Ursprünglich war geplant, die neue Technik ab 2017 schrittweise einzuführen und zunächst parallel mit DVB-T anzubieten. Das hätte für die TV-Kunden den Vorteil, dass sie die alten Geräte noch länger nutzen können. Außerdem wäre die Umstellung erheblich billiger: Kosteten die DVB-T-Geräte kurz nach Einführung der Technik um das Jahr 2005 noch bis zu 200 Euro, sind sie heute teilweise für 30 Euro erhältlich.

Neue Zusatzgeräte

In Dobrindts Plan gibt es keine nennenswerte Übergangsphase mehr. Innerhalb weniger Monate Anfang 2017 müssten sich die DVB-T-Seher neue Zusatzgeräte oder gleich neue Fernseher kaufen. „Wir rechnen mit Kosten von mindestens 300 Millionen Euro für die Haushalte und einer Menge Elektroschrott“, kritisiert die Grünen-Politikerin Tabea Rößner, die sich bisher als einzige Bundespolitikerin des Themas angenommen hat: „Der Bundesregierung sind diese Konsequenzen bewusst, verschweigt sie aber in der Öffentlichkeit. Das ist ein Skandal.“

Noch leisten die Rundfunkanstalten Widerstand. Sie wollen die Umstellung nicht vor Mitte 2019. Dass Dobrindt nachgibt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Denn dann käme der Breitbandausbau nicht voran, der in der Regierung hohe Priorität genießt.

Der schlaue Verbraucher könnte nun meinen, bei einem in nächster Zeit ohnehin anstehenden TV-Kauf schon vorzusorgen. Doch das wird nicht klappen: Geräte, die DVB-T2 empfangen können, gibt es noch gar nicht.

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