Hans Wilhelm Gäb hat eine Lösung für die Probleme des Rüsselsheimer Autobauers Opel: Hans Eichel sollte Aufsichtsratschef des Unternehmens werden. "Es gibt keinen Politiker, der so viel von Autos versteht", sagt der ehemalige Opel-Chefkontrolleur über den früheren hessischen Ministerpräsidenten und Ex-Bundesfinanzminister. Eichel will eine große Affinität zu fahrbaren Untersätzen und eine tiefe Verbundenheit zu Opel nicht verneinen und kontert das Lob mit einem Schwank aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als SPD-Politiker. Im Bundesrat habe er während der Sitzungen zwischendurch gerne mal eine Autozeitung studiert. Als er eines Tages vom Rednerpult an seinen Platz zurückkehrte, sei die Lektüre weg gewesen. Vermuteter Dieb: Sein Länderkammernachbar Henning Voscherau.
Die heitere Stimmung bei der Veranstaltung "Opel - mehr als eine Marke" in der Halle A1 am historischen Opel-Hauptportal in Rüsselsheim darf über eines nicht hinwegtäuschen: Opel ist noch längst nicht über den Berg, steckt mitten in einer harten Sanierung und hat nach wie vor große Probleme mit der US-Muttergesellschaft General Motors (GM).
"Die Amerikaner verstehen nicht, dass Opel ein Stück Heimat ist für die Mitarbeiter", schildert Gäb seine langjährigen Erfahrungen auch als Vorstandsmitglied des Autobauers. Die Belegschaft brauche vor allem eines: Motivation, sagt Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz und erntet Beifall.
In einem leidenschaftlichen Plädoyer macht er sich zum wiederholten Male für die Internationalisierung der Marke Opel stark. "Wir haben die Technologie. GM ist veraltet", mahnt er auch mit Blick auch auf die geplante Energiewende der Bundesregierung. Ohne Opel gäbe es das Elektroauto Volt nicht. Eichel weiß wovon Gäb und Franz reden. Die mangelnde Sensibilität der Amerikaner für europäische Belange habe er bei mehreren Besuchen am GM-Sitz in Detroit auch gespürt. "Wir brauchen eine Vision für das Unternehmen", sagt Franz. Er fordert "klare Botschaften des Managements".
Opel könnte das Flagschiff bei Technologien zur CO2-Minderung und den Leichtbau sein, betont der Arbeitnehmervertreter. Ein ehemaliger Werkzeugmacher meldet sich in der Diskussionsrunde zu Wort. Norbert Blüm, Ex-Bundesarbeitminister, ausgebildet "beim Opel". Er plädiert für mehr Mitsprache der Arbeitnehmer. Ganz im Sinne von Klaus Franz. Zu der
angeregten Debatte passen die Bilder der aktuellen Ausstellung in der Halle A1. "Es ist Zeit für einen neuen Opel", lautet der Titel eines Bildes des Malers Hans Diebschlag. Das 150. Jubiläum des Autobauers im nächsten Jahr müsse identitätsstiftend sein, sagt Franz.
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