Der Vormarsch von Einweg-Getränkeverpackungen soll mit einer Abgabe von 20 Cent zusätzlich zum Pfand gestoppt werden. Das fordern die Deutsche Umwelthilfe (DUH), mittelständische Brauereien sowie Mineralwasser- und Erfrischungsgetränke-Hersteller von der Politik.
Zudem verlangen sie eine klarere Kennzeichnung auf den Flaschen. "Die Hersteller von Getränken in Einweg-Verpackungen scheuen keine Tricks, um die gesetzlichen Regelungen zum Mehrwegschutz zu unterlaufen", erklärte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.
Die Verpackungsverordnung legt fest, dass die Pfandpflicht für folgende Getränkearten gilt: Bier und Biermischgetränke; Mineralwasser, Quellwasser, Heilwasser und Tafelwasser; Erfrischungsgetränke mit und ohne Kohlensäure - dazu zählen unter anderem Cola, Limonade, Energy-Drinks. Hinzu kommen alkoholische Mischgetränke.
Pro Getränkeverpackung muss ein Pfand von 25 Cent erhoben werden.
Ausgenommen von der Pfandpflicht sind Wein und Spirituosen, Frucht- und Gemüsesäfte sowie Nektare. Getränke, die mindestens zu 50 Prozent aus Milch oder Milcherzeugnissen bestehen. Auch "ökologisch vorteilhafte Verpackungen" werden von der Pfandpflicht nicht erfasst. Dazu zählen Getränkekartons und Schlauchbeutel. (fw )
Mehr als ein Drittel der Verbraucher gehe davon aus, dass Pfandflaschen immer nur Mehrwegflaschen seien und griffen deshalb in gutem Glauben zu den ebenfalls pfandpflichtigen Einweggetränken. "Die Getränkekonzerne und Discounter verfolgen unerbittlich ihr Ziel, den Markt mit Einwegflaschen zu überrollen und die mittelständischen Konkurrenten vom Markt zu fegen", so Resch. Das gefährde auch 170. 000 Arbeitsplätze in Deutschland.
Der Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien, Roland Demleitner, forderte die Bundesregierung auf, eine klarere Kennzeichnungspflicht und eine Einwegabgabe von 20 Cent durchzusetzen. "Mehrweg-Bierflaschen werden bis zu 50 Mal wieder befüllt", betonte er.
Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels, erläuterte: "Mit einem deutlichen Logo kann der Verbraucher sofort erkennen, ob es sich um Mehrweg oder Einweg handelt und wie viel Pfand er zahlen muss."
Trotz Einweg-Pfand von 25 Cent sinkt der Anteil alkoholfreier Getränke in Mehrwegflaschen seit Jahren. Vorstands-Mitglied Günther Guder vom Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels berichtete, die Mehrwegquote bei Mineralwasser sei seit 2003 von 73 auf 32 Prozent abgestürzt. Bei Bier liegt der Mehrweg-Anteil stabil bei 80 Prozent.
Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte der Frankfurter Rundschau, derzeit laufe ein Forschungsvorhaben beim Umweltbundesamt, "das Alternativen und zusätzliche Maßnahmen zur Förderung von Mehrweg" prüfe. Erst wenn die Ergebnisse dieses Projekts vorlägen könne man mehr zu den Forderungen sagen. Laut Umweltbundesamt ist "nicht vor Mai" mit Resultaten zu rechnen. (mit dpa)
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