Dies sei "bereits mit der heute verfügbaren Technik möglich", erläuterte UBA-Präsident Jochen Flasbarth am Mittwoch. Er forderte schnelle politische Weichenstellungen für den Umbau. AKW-Laufzeitverlängerungen und den Neubaubau von Kohlekraftwerken sind laut UBA unnötig. Das Amt untersteht dem Bundesumweltministerium.
Die in Deutschland gewohnt hohe Versorgungssicherheit könne auch in dem neuen System mit 100 Prozent Strom aus Wind, Biomasse und Co. jederzeit gewährleistet werden, sagte der UBA-Präsident. Derzeit beträgt der Ökostrom-Anteil erst rund 17 Prozent. Ein Ausbau der Strom-Netze und -Speicher sowie ein intensiveres "Lastmanagement" seien jedoch Voraussetzungen dafür. Außerdem müssten die Potenziale zur effizienten Stromnutzung genutzt werden.
Windkraft an Land sowie offshore in Nord- und Ostsee, Biomasse-Nutzung und Solarzellen werden laut der UBA-Studie 2050 den Großteil des Stroms liefern. Dazu müssen die Kapazitäten deutlich ausgebaut werden. Am sinnfälligsten wäre das bei der Fotovoltaik, die bisher erst rund ein Prozent des Stromverbrauchs liefert, 2050 aber bis zu einem Drittel. Dann würden zum Beispiel auf jedem zweiten günstig zur Sonne geneigten Hausdach Solarmodule installiert sein. Flasbarth räumte Folgen für den Natur- und Landschaftsschutz ein: "Die Stromerzeugung wird für alle künftig sichtbarer sein als bisher, da sie auf bestimmte Orte wie Kraftwerke oder Braunkohle-Tagebaue begrenzt ist."
Das Umweltamt geht in seiner Untersuchung davon aus, dass die Stromerzeugung zukünftig stärker dezentral erfolgt als heute. In weiteren Studien will es untersuchen, wie sich eine noch stärkere Energieautarkie oder ein Verbund in einem europäisch-afrikanischen "Supernetz" (Stichwort Desertec) auswirken würde. Daran, dass die Versorgung voll auf Ökostrom umgestellt werden müsse, gebe es aber keinen Zweifel. Nur so lasse sich das Ziel schaffen, den gesamten CO2-Ausstoß bis 2050 um 80 bis 95 Prozent abzusenken. Aktuell ist die Stromerzeugung hierzulande für mehr als 40 Prozent der CO2- Emissionen verantwortlich.
Wirtschaftlich bringt der der Komplett-Umstieg laut UBA Vorteile: "Die Kosten sind geringer als die Kosten, die bei einem ungebremsten Klimawandel anstünden." Zudem sinke die Abhängigkeit von Energieimporten stark.
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