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08. März 2016

Energiewirtschaft: Talfahrt der Großkraftwerke

Eines der größten Kohlekraftwerke Europas steht in Neurath, nordwestlich von Köln.  Foto: REUTERS

Der Energieriese RWE sieht seine Großkraftwerke in Bedrängnis. Weil der Strompreis so niedrig ist, seien Kohle-, Gas- und Atommeiler kaum noch rentabel.

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Essen –  

Die Krise der Großkraftwerke verschärft sich nach RWE-Angaben weiter. Bei dem aktuellen Strompreis von nur noch 20 Euro pro Megawattstunde im Großhandel könnten Kohle-, Gas- und Atommeiler nicht überleben, sagte Vorstandschef Peter Terium am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz des zweitgrößten deutschen Energiekonzern in Essen. Noch ist RWE allerdings ein Stück weit geschützt, weil der Konzern einen Großteil seiner Produktion schon Jahre im Voraus verkauft hat, als die Preise noch bei mehr als 50 Euro lagen. So seien 90 Prozent der diesjährigen Strommenge zu einem Durchschnittspreis von 35 Euro veräußert, erklärte Finanzvorstand Bernhard Günther.

Dennoch spürt RWE den Verfall schon deutlich. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch im Schnitt rund 40 Euro für eine Megawattstunde erlöst. Schon das hatte den Betriebsgewinn der konventionellen Stromerzeugung auf 543 Millionen Euro fast halbiert. Nach Konzernangaben braucht RWE einen Preis von 40 Euro, um mit seinen Kraftwerken auch die Kapitalkosten zu verdienen.

Einen operativen Verlust der Sparte schloss Vorstand Rolf Martin Schmitz für dieses Jahr aus. Er drohte zugleich mit weiteren Kraftwerksschließungen, falls sich die Situation nicht verbessere: „Wir werden kein Kraftwerk am Netz halten, das Cash verbrennt.“ In den vergangenen Jahren hat RWE bereits 13 Gas- und Kohlekraftwerksblöcke vorübergehend oder dauerhaft stillgelegt und Verträge über Stromeinkauf beim Energiekonzern Steag von fast drei Gigawatt gekündigt. Insgesamt wurden so 8,3 Gigawatt Erzeugung abgebaut. RWE erzeugt in seinen konventionellen Kraftwerken insgesamt noch rund 40 Gigawatt Strom. (dpa)

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