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Entwicklung der Einkommen: Krise erreicht die Geldbeutel

Die Reallöhne sinken - die wegfallenden Boni der Bank-Angestellten schlagen genauso durch wie die Kurzarbeit. Am meisten verdient man noch in der Energiebranche mit durchschnittlich 4171 Euro im Monat, am wenigsten im Gastgewerbe.


Foto: ddp

Wiesbaden. Die Krise ist in den Geldbeuteln der Menschen angekommen: Zum zweiten Mal in Folge sind im zweiten Quartal dieses Jahres die Reallöhne gesunken, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. Sie lagen um 1,2 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr.

Verantwortlich sind diesmal aber nicht in erster Linie steigende Preise, sondern die sinkenden Bruttomonatsverdienste. Sie fielen im Jahresvergleich um 1,0 Prozent. Die Preise kletterten mit einem Plus von 0,3 Prozent hingegen nur geringfügig.

Arbeit in der Energiebranche lohnt sich.
Arbeit in der Energiebranche lohnt sich.
Foto: ddp

Die im Jahresvergleich äußerst seltene Flaute auf den Gehaltsabrechnungen ist den Statistikern zufolge vor allem von der Kurzarbeit in der Industrie und den weggefallenden Boni für Banker und Versicherungsangestellte verursacht. In anderen Branchen konnten sich die Beschäftigten hingegen durchaus über kräftige Zugewinne bei den Bruttomonatsverdiensten freuen.

Das von der Arbeitsagentur ausgezahlte Kurzarbeitergeld wird als Sozialleistung nicht in der Einkommensstatistik berücksichtigt, erläuterte das Bundesamt. Ein Teil der Einkommensverluste von 5 Prozent in der Industrie wird daher für die Betroffenen ausgeglichen, ohne dass es in der Statistik abgebildet wird.

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Besonders hart traf es die Beschäftigten der Metallindustrie, die brutto zwölf Prozent weniger auf der Abrechnung stehen hatten. In der Autoindustrie betrug das Gehaltsminus 8,8 Prozent.

Die Angestellten von Banken und Versicherungen mussten bei den im zweiten Quartal regelmäßig besonders hohen Sonderzahlungen kräftige Einbußen von 21,1 Prozent verkraften. Die Boni und anderen Sonderzahlungen machten nur noch ein Fünftel des Einkommens dieser Gruppe aus. Vor einem Jahr war es noch ein rundes Viertel gewesen. Das Gesamteinkommen bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern sank um 4,1 Prozent.

Relativ gut schnitten unter anderem die Erzieher mit einem Bruttolohnplus von fünf Prozent ab, das vor allem auf den erreichten Tarifabschluss zurückzuführen ist. Auch in der öffentlichen Verwaltung (+3,2 Prozent), dem Gesundheitswesen (+3,8 Prozent) und im Bergbau (+4,8 Prozent) war mehr Geld zu verdienen.

Spitzenreiter waren aber die Erbringer von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie zum Beispiel Wirtschaftsprüfer oder Arbeitsvermittler mit einem Plus von 7,4 Prozent.

Die höchsten Durchschnitts-Bruttoverdienste wurden in den Wirtschaftszweigen Energieversorgung (4171 Euro) sowie Information und Kommunikation (4162 Euro) gezahlt. Am wenigsten gab es im Gastgewerbe mit 1885 Euro zu verdienen. (dpa)

Datum:  21 | 9 | 2009
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