Das Bundeskabinett hat die Reform der staatlichen Entwicklungshilfe abgesegnet. Befürchtungen der deutschen Entwicklungsexperten, diesmal nicht nach Afrika oder Asien umziehen zu müssen, sondern nur von Eschborn nach Bonn beziehungsweise von Bonn nach Eschborn, waren offenbar unbegründet. "Alle Standorte bleiben erhalten, allenfalls einzelne Umzüge können im Rahmen des Abbaus von Doppelstrukturen notwendig werden", sagte ein Sprecher des Entwicklungsressorts der FR.
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ändert nur etwas ihren Namen - aus "technisch" wird "international". Zu Recht, beschäftigt die bundeseigene GmbH weltweit doch knapp 15.000 Leute, davon nur rund ein Zehntel in der Eschborner Zentrale. Bei den Fusionspartnern Inwent und DED arbeiten zusammen rund 2700 Leute in Bonn, Berlin oder im Ausland.
Trotz aller Warnungen vor allem aus dem Lager der DED-Entwicklungshelfer, die unterschiedlichen Unternehmenskulturen passten nicht zusammen, beschloss die schwarz-gelbe Bundesregierung die Fusion der drei Organisationen.
Die neue GIZ hat einen Doppelsitz in Bonn und Eschborn. Betriebsbedingte Kündigungen soll es bei der geplanten "Beseitigung von Doppelstrukturen" nicht geben. Die institutionelle Änderung geht einher mit dem Eingeständnis, die deutsche Hilfe in nächster Zeit kaum noch steigern zu können. Der Etat des Ministeriums soll nur um 0,1 Prozent zulegen. Das UN-Ziel von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Hilfe rückte damit in weite Ferne .
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