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08. April 2011

Erneuerbare Energie für Frankfurt: Stadtwerke machen mächtig Wind

 Von Tobias Schwab
Frankfurts Energieversorger Mainova investiert jetzt auch in Offshore-Windkraft. Foto: dpa

Ökostrom-Kunden könnten bald ihre Energie auch aus Offshore-Windkraftanlagen erhalten. Mainova und Co. investieren gemeinsam eine Milliarde Euro in regenerative Energie.

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Frankfurt –  
Das Joint Venture

Thüga Erneuerbare Energien ist ein Gemeinschaftsunternehmen von bislang 26 kommunalen Versorgern der Thüga-Gruppe. Zur Holding gehören insgesamt 50 Stadtwerke. Größte Anteilseigner sind die Frankfurter Mainova, die Stadtwerke Hannover und die Badenova.

Mainova liefert zurzeit an rund 11000 Privatkunden Ökostrom. Die Mehrzahl hat sich für den im Umkreis von 100
Kilometern um Frankfurt möglichen Tarif „Novanatur“ entschieden. Diesen Strom liefern zwei Main-Wasserkraftwerke.

Windkraft bezieht die Mainova seit
Dezember 2009 aus dem Onshore-Park Havelland in Brandenburg. Die Frankfurter halten − wie auch die Heag Südhessische Energie − 12,5 Prozent an der Havelland-Holding.

Ökostrom-Kunden der Frankfurter Mainova beziehen ihre Energie aus den Main-Wasserkraftwerken Griesheim und Eddersheim, von der Photovoltaikanlage auf dem Dach des FSV-Stadions oder vom Onshore Windpark Havelland in Brandenburg. Bald aber könnte auch Offshore Windenergie aus der Nordsee in die Rhein-Main-Region fließen.

Denn die Mainova will in Sachen Nachhaltigkeit künftig ein ganz großes Rad drehen. Gemeinsam mit 26 weiteren kommunalen Unternehmen der Thüga-Gruppe hat der Versorger nun eine Gesellschaft für Erneuerbare gegründet. Zum Joint Venture gehören auch die Wiesbadener Eswe und die Energieversorgung Limburg. „Wir möchten am Umbau der Erzeugungslandschaft teilhaben“, erklärte Mainova-Vorstandschef Constantin H. Alsheimer. Ziel des Joint Ventures sei es, Know-how und Kapital zu bündeln und sich damit auch an größeren deutschen Ökostrom-Projekten zu beteiligen.

Interesse an Offshore-Anlage

Rund eine Milliarde Euro will die „Thüga Erneuerbare Energien“ bis 2020 in Projekte regenerativer Energieerzeugung investieren. „Unser Fokus liegt zunächst auf deutscher On- und Offshore Windenergie“, sagte der Geschäftsführer der Thüga-Gesellschaft, Kay Dahlke, der Frankfurter Rundschau. Dahlke war Vorstand beim Windkraft-Projektentwickler Plambeck und zuletzt Chef von 8KU Renewables in Berlin. Seinen Thüga-Dienstsitz hat Dahlke jetzt in Nordsee-Nähe nach Hamburg verlegt. Dort soll schließlich auch das erste größere Offshore-Projekt Wind machen, an dem sich Thüga beteiligen will.

„Wir haben unser Angebot für eine Nordsee-Anlage schon abgegeben“, sagte Dahlke. In der nächsten Woche werde sich entscheiden, ob die Thüga „mit einer kleinen Scheibe“ zum Zug kommt. Zehn Megawatt könnte die Thüga aus diesem Projekt ziehen. Baubeginn solle 2013 sein.

Onshore, auf dem Festland also, will die Thüga Erneuerbare laut Dahlke an einer ganzen Reihe von Projekten kleinere Anteile erwerben. 250 Megawatt sollen dabei herausspringen. Insgesamt sollen 80 Prozent der Investitionssumme von einer Milliarde Euro in die Windkraft gehen, 20 Prozent will das neue Joint Venture in Photovoltaik stecken. Geothermie sei als Ergänzung denkbar, „aber erst, wenn der Markt dafür reif werden sollte“, sagte Dahlke.

Ökostrom gefragt wie nie

Mit der Gründung der „Thüga Erneuerbare Energien“ reagieren die Versorger auf die wachsende Nachfrage nach Ökostrom, die infolge der Atomkatastrophe in Fukushima noch einmal einen Schub erhalten hat. In den zwei Wochen nach dem Reaktorunglück entschied sich jeder vierte Neukunde oder Tarifwechsler bei der Mainova für Naturstrom aus regionaler Wasserkraft. „Damit haben sich die Bestellzahlen für Ökostrom versechsfacht“, sagte Firmensprecher Sven Birgmeier.

Die bundesweit große Nachfrage könne zurzeit kaum befriedigt werden, erklärte Dahlke. „Da müssen jetzt vor allem Onshore- Projekte nachgelegt werden.“

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