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Euro-Krise: Moody's stuft Italien herab

Wie lange hält der gemeinsame Währungsraum noch? Eine der umstrittenen Ratingagenturen schlägt wieder zu - und stößt Italien noch tiefer in die Krise. Weiteren Ländern könnte es bald ähnlich gehen.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärt, die Herabstufung sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen.
Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärt, die Herabstufung sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen.
Foto: dapd
New York –  

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Italiens angesichts der Skepsis an den Finanzmärkten deutlich herabgestuft. Die Bonitätswächter begründen die Absenkung des Ratings um drei Stufen von „Aa2“ auf „A2“ mit wirtschaftlichen und ökonomischen Unsicherheiten. Die Risiken für die italienische Wirtschaft seien gestiegen. Moody's warnte zudem vor weiteren Herabstufungen, indem die Agentur das Rating mit einem negativen Ausblick versah. Auch anderen Ländern der Euro-Zone drohen der Agentur zufolge weitere Herabstufungen.

Der Euro gab in Folge der Ankündigung von Moody's zum Dollar nach, erholte sich aber später wieder. Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärte, die Herabstufung sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen.

Die Schulden der Staaten

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Ende September hatte bereits Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens um eine Note auf „A“ heruntergestuft. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Das entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - daran gemessen ist nur Griechenland in der Euro-Zone höher verschuldet.
„Das ungewisse Marktumfeld sowie das Risiko einer weiteren Eintrübung der Investorenstimmung könnte den Zugang des Landes zu den Anleihemärkten behindern“, erklärte Moody's. Falls es eine längerfristige Ungewissheit über die Verfügbarkeit externer Finanzierungsquellen gebe, könne sich die Kreditwürdigkeit Italiens daher noch deutlich verschlechtern, auch wenn die Gefahr eines Zahlungsausfalls bislang sehr gering sei.

Mit Blick auf die gesamten Euro-Zone erklärte Moody's, der Druck auf die Bonitäten der Länder habe seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Mit Ausnahme der finanzkräftigsten Schuldner würden voraussichtlich alle Länder einen anhaltenden negativen Druck auf ihre Ratings verspüren. Derzeit jedoch gebe es noch keine unmittelbare Gefahr für Länder mit der Bestnote „Aaa“ - darunter Deutschland.

Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Rom ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent fallen. 2013 wird ein ausgeglichener Haushalt angepeilt. Die enormen Schulden haben Italien ins Visier der Finanzmärkte gerückt: Das Land muss Anlegern historisch hohe Zinsen zahlen. (rtr)

Datum:  5 | 10 | 2011
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