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23. Januar 2013

Ex-FlowTex-Chef: Schmider kommt mit Bewährung davon

Der frühere Chef der Firma FlowTex, Manfred Schmider, vor Gericht (Archivbild). Foto: dpa

Der ehemalige Chef der Skandalfirma FlowTex, Manfred Schmider, bekommt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Schmieder hatte im Prozess zugegeben, dass er im Insolvenzverfahren wertvolle Gemälde bei Seite geschafft haben, um sie vor den Gläubigern zu retten.

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Mannheim –  

Der frühere Chef der Skandalfirma FlowTex, Manfred Schmider, muss nicht erneut ins Gefängnis. Das Landgericht Mannheim verurteilte den 63-Jährigen am Mittwoch wegen Bankrott-Vergehen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Schmider hatte in dem Prozess zugegeben, 2005 und 2006 vier wertvolle Gemälde und ein Auto illegalerweise dem Zugriff des Insolvenzverwalters entzogen zu haben. Schmider hatte in dem Prozess zugegeben, 2005 und 2006 vier wertvolle Gemälde und ein Auto illegalerweise dem Zugriff des Insolvenzverwalters entzogen zu haben.

Er hatte die Dinge zu seiner Frau in die Schweiz schaffen lassen, als er wegen des FlowTex-Betrugs im Gefängnis saß. Im Gegenzug für das Geständnis hatte ihm das Gericht eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe in Aussicht. FlowTex hatte durch Scheingeschäfte einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht, im Jahr 2000 flog der Schwindel auf. Schmider war zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. 2007 kam er vorzeitig frei.

Insolvenzverfahren und kein Ende

13 Jahre ist der FlowTex-Zusammenbruch her, die Insolvenzverfahren laufen aber nach wie vor. Die angemeldeten Forderungen der Gläubiger summieren sich bei FlowTex selbst auf rund 1,2 Milliarden Euro, gegen Manfred Schmider direkt auf noch einmal 1,3 Milliarden Euro. Bislang haben die Gläubiger, zu denen vor allem Banken und Leasinggesellschaften zählen, in beiden Fällen nur einen sehr kleinen Teil beglichen bekommen - jeweils um die 35 Millionen Euro. Am Ende wird nach Angaben der zuständigen Insolvenzverwaltung Schultze & Braun wohl nicht mehr als ein niedriger zweistelliger Prozentsatz der Forderungen tatsächlich bedient werden können.

Vor allem zwei große Brocken müssen laut Insolvenzverwaltung aus dem Weg geräumt werden, ehe die Verfahren abgeschlossen werden können: Schmiders Ex-Frau streitet mit der Insolvenzverwaltung um die Gültigkeit einer Vereinbarung, die nach der Pleite abgeschlossen worden war. Die Frau hatte damals ihr Vermögen in die Insolvenzmasse gegeben und im Gegenzug rund 10 Millionen Euro erhalten. Sie will erreichen, dass die Vereinbarung für ungültig erklärt wird. Mit der Finanzverwaltung streitet der Insolvenzverwalter auch noch um 41,5 Millionen Euro. Auf die Gewinne aus den FlowTex-Geschäften waren Steuern gezahlt worden. Da es sich aber um Scheingeschäfte handelte, sieht der Insolvenzverwalter keine Rechtfertigung für die Steuerzahlungen - und will das Geld vom Fiskus zurück. Bald soll sich das Finanzgericht Baden-Württemberg mit dem Streit befassen. (dpa)

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