kalaydo.de Anzeigen

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

14. Dezember 2012

Fangquoten: Von Amts wegen überfischt

Laut WWF sind zwischen 2003 und 2011 sechs Millionen Tonnen Fisch mehr gefangen worden, als vom Wissenschaftlichen Rat zur Erforschung der Meere (ICES) empfohlen. Foto: dapd

Die empfohlene Fangquoten werden auf den Meeren deutlich überschritten, klagt der WWF.

Drucken per Mail

Der WWF Deutschland wirft den europäischen Fischereiministern vor, bei der Festsetzung von Fangquoten über Jahre wissenschaftliche Empfehlungen ignoriert zu haben. Die Minister richteten die Quoten nach kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen aus und legalisierten so die Überfischung, sagte die Fischereiexpertin der Umweltschutzorganisation, Karoline Schacht, am Freitag. Dadurch seien von 2003 bis 2011 europaweit sechs Millionen Tonnen Fisch mehr gefangen worden, als vom Wissenschaftlichen Rat zur Erforschung der Meere (ICES) empfohlen. Ab Dienstag werden in Brüssel die Fangquoten für die Fischereisaison 2013 im Nordostatlantik und der Nordsee festgelegt.

Mehrjahrespläne wichtig

Die Umweltschutzorganisation hat für ihren Report die offiziellen Fischereidaten der Jahre 2003 bis 2011 ausgewertet und mit den Empfehlungen der Wissenschaftler verglichen. Dabei kam der WWF zu dem Ergebnis, dass die genehmigten Fangmengen im Durchschnitt 45 Prozent über den ICES-Empfehlungen lagen. So seien zwischen 2003 und 2007 EU-weit in der Nordsee knapp 65 000 Tonnen Schollen mehr genehmigt worden, als vom ICES empfohlen, sagte Schacht. Das entspreche dem Dreizehnfachen der deutschen Fangquote für diese Fischart im Jahr 2012.

Beim Dorsch aus der östlichen Ostsee sei die Empfehlung im selben Zeitraum sogar um rund 190000 Tonnen überschritten worden. „Das Beispiel Dorsch zeigt, wie wichtig Mehrjahrespläne für den Bestandsschutz sind. Seit Inkrafttreten des Bestandsrahmenplans im Jahr 2008 hat sich der Dorschbestand in der östlichen Ostsee deutlich erholt“, so Schacht. (dpa)

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Videonachrichten Wirtschaft
Steueroasen
Beliebtes Steuerparadies: Cook Inseln.

Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.

FR-Forum Entwicklung
Das "Forum Entwicklung" ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Die FR diskutiert mit Polarexperte Arved Fuchs, Prof. Claudia Kempfert und Dr. Stephan Paulus.

Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."