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26. Juli 2010

Fastfood-Branche: Muffins in, Burger out

 Von Daniel Baumann
Ein Grund zum Rasen? Cheeseburger.  Foto: dpa

Die Wirtschaftskrise hat die Fast-Food-Branche rasant verändert. Der klassische Burger ist out. Dafür sind Croissants, Kaffee und Muffins in.

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Der klassische Burger ist out. Dafür sind Croissants, Kaffee und Muffins in. Im Geschäft mit dem Fastfood setzen sich neue Konzepte durch, die der Branche wachsen lassen. Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist der Branchenriese McDonalds, der im ersten Halbjahr 2010 Gewinn und Umsatz deutlich steigern konnte. Konkurrent Burger King riskiert allmählich abgehängt zu werden. Doch den etablierten Konzernen droht unerwartete Konkurrenz.

Die Wirtschaftskrise war für die Fastfood-Ketten ein Segen. Mit ihren vermeintlich günstigen Angeboten konnten sie sparwillige Konsumenten anlocken. Viele Klassiker aus der Palette des Burgerbruzzlers McDonalds wurden für einen Dollar lanciert. Die amerikanischen Konkurrenten Wendy’s, Burger King oder Taco Bell zogen nach.

 McDonald's legte zu bei Umsatz und Gewinn.
McDonald's legte zu bei Umsatz und Gewinn.

Nie zuvor seien die Produkte der Fastfoodketten so günstig gewesen, sagt Larry Miller, Analyst bei RBC Markets. Mancher Burger war billiger als eine Aufbackpizza aus dem Supermarkt. Immer mehr Amerikaner verzichteten schließlich darauf, selbst zu kochen. Die Preisschlacht führte zudem dazu, dass Einzelgastronomen – auch in Deutschland – unter Druck kamen. Besonders kleine Restaurants sehen sich bedroht.

Der große Gewinner dieser Entwicklung ist McDonalds, der stark wächst. Gleichzeitig fällt dem schärfsten McDonalds-Rivalen Burger King der Preiskampf in den USA auf die Füße. Wegen der gesunkenen Margen gingen Umsatz und Gewinn im ersten Quartal leicht zurück. Und da die Arbeitslosigkeit in den USA unter Afro-Amerikaner, Hispanics und jungen Männern besonders hoch ist, kann Burger King die Preise derzeit nicht erhöhen. Denn Afro-Amerikaner, Hispanics und junge Männer gehören zur Kernzielgruppe von Burger King.

McDonalds hat zudem die Veränderung der Produktpalette viel besser geschafft als Burger King. Das stärkste Wachstum verzeichnen die Fastfood-Ketten inzwischen nicht mehr im angestammten Geschäft mit Burgern, sondern mit Frühstück, Kaffee und Kuchen. Burger King macht nach jüngsten Angaben rund 14 Prozent seines Umsatzes mit Frühstück, McDonalds ist hier deutlich weiter, und erzielt im Frühstücksgeschäft einen Viertel seines Umsatzes. Tendenz steigend.

Das wirkt sich positiv auf die Geschäftszahlen aus. Mit den gestern bekannt gegebenen Daten übertraf das Unternehmen erneut die Erwartungen der Märkte und Analysten. Der Gewinn liegt mit 1,13 Dollar je Aktie knapp über der Prognose (1,12 Dollar). Der Aktienkurs des Unternehmens befindet sich nun seit März 2009 im Aufwärtstrend und notierte gestern nicht weit entfernt vom höchsten Stand der Unternehmensgeschichte (71,84). Diesen Kurs erreichte das Unternehmen im März dieses Jahres. Analysten von Credit Suisse und UBS empfehlen derzeit den Kauf der Aktie.

Während McDonalds vor Kraft strotzt und auch für den zweiten Teil des Jahres gute Geschäfte erwartet, droht der Fastfoodindustrie neue Konkurrenz in ihrem Stammmarkt. Sie heißt Gourmetburger. Mit frischen Zutaten von hoher Qualität drängen neue Wettbewerber in den Markt. Sie drohen, den angestammten Unternehmen das lukrative Premiumsegment streitig zu machen.

Denn viele Amerikaner sind bereit, für einen hochwertigen Burger auch vier bis sechs Dollar auszugeben. Der Umsatz mit den neuen Burgern verzeichnet zweistellige Zuwachsraten, der Anteil von zwei Prozent des 65 Milliarden Dollar großen Burgermarktes wird weiter wachsen.

„Die eingesessenen Ketten wie McDonald's, Burger King oder Wendy's haben ihren Schwerpunkt verschoben und bieten verstärkt Frühstück, Geflügel und Getränke an“, analysiert Darren Tristano von der Chicagoer Gastrowirtschaftsberatung Technomic. Damit biete sich den Neulingen eine lukrative Nische.

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