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02. März 2012

Fernstrecken: Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz

 Von Peter Kirnich
Auch im Schienen-Fernverkehr droht den ICE der Deutschen Bahn nun Konkurrenz. Foto: dapd

Im deutschen Regionalverkehr steigen Kunden längst nicht mehr nur in Züge der Deutsche Bahn. Nun will ein Rivale auch den ICE und Intercitys des Staatskonzerns Paroli bieten.

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Im deutschen Regionalverkehr steigen Kunden längst nicht mehr nur in Züge der Deutsche Bahn. Nun will ein Rivale auch den ICE und Intercitys des Staatskonzerns Paroli bieten.

Die Deutsche Bahn bekommt im Fernverkehr erstmals auf einer ihrer Hauptstrecken Konkurrenz. Der Kölner Zugreiseveranstalter MSM wird künftig eine regelmäßige Bahnverbindung zwischen Köln Hauptbahnhof und Bahnhof Berlin-Zoo betreiben. „Wir werden damit definitiv im Frühherbst starten und zweimal täglich pro Richtung fahren“, sagte MSM-Geschäftsführer Niko Maedge am Freitag der Frankfurter Rundschau. Die Fahrzeit werde unter fünf Stunden liegen. „Unsere schnellste Verbindung wird vier Stunden und 31 Minuten betragen“, sagte Maedge. Ein ICE der Deutschen Bahn (DB) ist rund viereinhalb Stunden zwischen beiden Städten unterwegs.

Während die DB das günstigste Ticket für 29 Euro anbietet, plant MSM einen Einstiegspreis von 19,90 Euro. „Den bieten wir aber nur begrenzt an“, betonte Maedge. Von 350 möglichen Kunden im Zug würden weniger als 100 in den Genuss des Schnäppchenpreises kommen können. Für die anderen wird es deutlich teurer. „Wir werden aber unter dem Preisniveau der DB bleiben“, verspricht der MSM-Chef. Die ICE-Fahrt von Berlin nach Köln kostet 113 Euro.

Ableger nach Hamburg

Neben Berlin will MSM von Köln aus auch regelmäßig Hamburg anfahren. Den Plänen zufolge sollen in Köln zwei Loks und 14 Wagen mit maximal 700 Plätzen bis nach Hannover fahren. Von dort aus verkehrt dann jeweils eine Lok mit maximal sieben Wagen weiter Richtung Berlin beziehungsweise Hamburg. Die schnellste Verbindung zwischen Köln und Hamburg soll vier Stunden und vier Minuten betragen. Das Niveau der Züge werden dem IC-Angebot der DB ähneln, sagte Maedge. Loks und Wagen hat er gemietet. Sie seien derzeit noch für ausländische Bahnen unterwegs.

MSM ist seit neun Jahren im Bahngeschäft. Unter anderem betreibt die Firma im Winter einen Touristenzug von Hamburg über das Ruhrgebiet bis in die Skigebiete nach Österreich. Zum Angebot der Firma gehören auch Partyzüge zum Beispiel zum Oktoberfest nach München.

Bisher gibt es lediglich vier nennenswerte DB-Konkurrenten im Fernverkehr, unter anderem den Interconnex von Veolia zwischen Leipzig-Berlin und Rostock und den Berlin-Night-Express nach Malmö von der Georg-Verkehrsorganisation und der schwedischen Tochter des französischen Veolia-Konzerns. Ebenfalls noch in diesem Jahr will das Kölner Start-up-Unternehmen Hamburg-Köln-Express (HKX) mit erheblicher Verzögerung starten und mit günstigen Preisen und viel Service der DB auf dieser Verbindung Konkurrenz machen.

Hohe Hürden

Von Wettbewerb im Fernverkehr kann aber noch keine Rede sein. Nach wie vor behauptet die DB in dieser Sparte einen Marktanteil von rund 98 Prozent. Im Güterverkehr wird dagegen bereits jeder vierte Zug von Privatbahnen gesteuert, im Nahverkehr liegt der Marktanteil der DB-Konkurrenz bei knapp 22 Prozent.

„Die neue Verbindung wird dem Wettbewerb im Fernverkehr gut tun, aber es wird noch zehn Jahre dauern, bis die Bahn auch dort richtigen Konkurrenzdruck spüren wird“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Privatbahnverbandes Mofair, Engelbert Recker. Nach wie vor hätten es Wettbewerber schwer, weil sie teils höhere Preise für Trassenbenutzung und Bahnstrom zahlen müssten. Zudem sind die Beschaffungskosten für neue Züge eine große Hürde. „Es dauert 30 Jahre, ehe sich das rechnet, und niemand weiß, ob er so lange auf dem DB-Netz fahren kann“, so Recker. Ein DB-Sprecher sagte zur neuen Konkurrenz: „Das sehen wir ganz gelassen“.

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