New York (rtr/dpa) - Die US-Bank Wachovia erwägt einem Medienbericht zufolge eine Fusion mit der Investmentbank Morgan Stanley. Das berichtete die "New York Times" unter Berufung auf vertraute Personen. Demnach hätten Vertreter von Wachovia bei Morgan-Stanley-Chef John Mack telefonisch Interesse bekundet. Der Zeitung zufolge handelt sich um einleitende Gespräche. Als weitere Käufer kommen Medienberichten zufolge auch die mittlerweile weltgrößte britische Bank HSBC sowie die von China kontrollierte CITIC in Frage. Auch ein Staatsfonds aus Singapur brachte sich ins Gespräch.
Die Wall-Street-Firma spreche aktuell auch mit dem chinesischen Staatsfonds CIC über eine Aufstockung seiner Beteiligung auf bis zu 49 Prozent, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. CIC war bereits Ende vergangenen Jahres mit zehn Prozent bei Morgan Stanley eingestiegen.
Die Morgan-Stanley-Aktie war um knapp 25 Prozent eingebrochen, weil sich Händler Sorgen machten, die Bank könne unter der Last der Kreditkrise zusammenbrechen. Nach dem Konkurs von Lehman Brothers und dem Verkauf von Merrill Lynch zu Wochenbeginn sowie der Fastpleite von Bear Stearns im März sind Morgan Stanley und Goldman Sachs als letzte der einst fünf großen unabhängigen Investmentbanken in den USA übriggeblieben.
Washington Mutual prostituiert sich
Die von der Kreditkrise schwer getroffene größte US-Sparkasse Washington Mutual stellt sich einem Zeitungsbericht zufolge selbst zum Verkauf. Die Gespräche mit Interessenten seien bereits angelaufen, berichtete die "New York Times" am Mittwoch nach US-Börsenschluss in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf Insider.
Zu den möglichen Käufern zählten die britische Bank HSBC sowie die US-Häuser J.P. Morgan Chase und Wells Fargo, hieß es weiter. Auch der US-Finanzkonzern Citigroup habe erstes Interesse an Washington Mutual (WaMu) angemeldet, berichtete das "Wall Street Journal". Über einen Verkauf war bereits mehrfach spekuliert worden. WaMu hatte dies aber stets als nicht nötig zurückgewiesen.
Die Sparkasse steht angesichts ihrer Milliardenverluste seit gut einer Woche unter verschärfter Kontrolle der Aufsichtsbehörden. Sie wechselte zudem ihren Chef aus. J.P. Morgan Chase hatte vor einigen Monaten schon einmal ein Übernahmeangebot abgegeben, war aber abgeblitzt.
Die Krise bei WaMu spitzte sich zuletzt angesichts eines drastisches Kursverlustes immer stärker zu. Am Mittwoch brach die Aktie in New York erneut um mehr als 13 Prozent auf lediglich noch 2,01 Dollar.
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