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Fitch: Herbe Kritik an Spanien-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Spaniens von der Bestnote "AAA" um eine Stufe auf "AA+" herabgestuft. Damit sind nicht nur die Spanier nicht einverstanden.

Nachdem Fitch Spanien herabgestuft hat, hat Wirtschaftsökonom Michael Burda staatliche Ratingagenturen gefordert.
Nachdem Fitch Spanien herabgestuft hat, hat Wirtschaftsökonom Michael Burda staatliche Ratingagenturen gefordert.
Foto: dpa

New York. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Spaniens von der Bestnote "AAA" um eine Stufe auf "AA+" herabgestuft. Als Grund nannte Fitch Ratings am Freitagabend unter anderem die drastischen Sparbeschlüsse, mit denen die Regierung in Madrid die hohe Verschuldung drücken will.

Dies werde das Wirtschaftswachstum in Spanien mittelfristig bremsen. Allerdings seien die Aussichten stabil und die Kreditwürdigkeit des Landes bleibe hoch. Fitch schloss sich damit der Agentur Standard & Poor's an, die Spanien vor Monatsfrist ebenfalls auf "AA" herabgestuft hatte.

Der Berliner Wirtschaftsökonom Michael Burda kritisierte die Herabstufung: "Das verschärft die Krise. Und es erschwert das, was Spanien tun muss", sagte der Ökonom, der an der Berliner Humboldt- Universität Wirtschaftslehre unterrichtet, dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". "Das Timing könnte nicht schlechter sein." Der Ökonom fordert mehr Wettbewerb unter den Ratingagenturen und macht sich für die Gründung staatlicher und halbstaatlicher Einrichtungen stark. "Ratingagenturen nach dem Vorbild des Tüv oder der Dekra wären sinnvoll", sagte er. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach sich im "Hamburger Abendblatt" für die Gründung einer unabhängigen europäischen Ratingagentur aus.

Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität beurteilen, umso schwieriger und teurer wird es für das Land, sich Geld am Finanzmarkt zu besorgen. Beim äußerst schwach eingestuften Schuldensünder Griechenland etwa wurden teilweise zweistellige Zinsen für Kredite verlangt. Die Euro-Staaten mussten dem Land mit milliardenschweren Hilfen bespringen, um einen Staatsbankrott zu vermeiden.

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Der Euro fiel nach der Bekanntgabe der Abstufung Spaniens zunächst auf ein Tagestief bei 1,2283 Dollar, erholte sich später aber wieder und stieg wieder über die Marke von 1,23 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag noch auf 1,2384 Dollar festgesetzt. Die Aktienmärkte reagierten nervös, aber nicht panisch. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von 1,19 Prozent auf 10 136,63 Punkte.

Noch zu Monatsbeginn hatte Fitch die Bestnote "AAA" für die Kreditwürdigkeit Spaniens bestätigt. Inzwischen hat die Regierung in Madrid einen harten Sparkurs beschlossen und weitere Maßnahmen angekündigt. Für den Haushalt 2011 werde die Ausgabengrenze im Vergleich zu diesem Jahr um 7,7 Prozent auf rund 122,3 Milliarden Euro gesenkt, beschloss das Kabinett am Freitag in Madrid.

Zugleich korrigierte die Regierung ihre Wachstumsprognosen erneut nach unten. 2012 werde die Wirtschaft um 2,5 Prozent und 2013 um 2,7 Prozent zulegen, hieß es. Das sind jeweils 0,4 Prozentpunkte weniger als zunächst prognostiziert. Für das laufende Jahr wird ein Rückgang von 0,3 Prozent erwartet, für 2011 ein Wachstum von 1,3 Prozent. Die Regierung rechnet außerdem damit, dass die Arbeitslosigkeit dieses Jahr zunimmt, aber bis 2012 auf eine Quote von 17,5 Prozent reduziert werden kann. Derzeit sind rund 4,6 Millionen Menschen in Spanien ohne Job. Das entspricht einer Quote von rund 20 Prozent. (dpa)

Datum:  30 | 5 | 2010
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