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04. Januar 2012

Fitnessbranche: Alles für die schlanke Linie

 Von Daniel Baumann
Gürtel zum Glück: Fitnessübung in den 60er Jahren.  Foto: ddp

Die Fitnessbranche hat ihr einst negatives Image mittlerweile abgelegt und rechnet auch für das kommende Jahr mit kräftigem Wachstum. Sie profitiert vor allem von den aktuellen gesellschaftlichen Trends.

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Es ist wie so oft leichter gesagt als getan. Auch für Mario Oppermann. Für das neue Jahr hat er sich vorgenommen, gesünder zu essen und mehr Sport zu treiben. Jetzt strampelt er sich auf einem Cross-Trainer ab, keucht und flucht leise vor sich hin. Sieben Kilo will der 42-Jährige abnehmen. Dazu hat er sich in einem Fitnessstudio angemeldet. Viele Tausend Menschen werden es ihm in den nächsten Tagen gleich tun. Denn in keiner anderen Jahreszeit werden so viele neue Verträge abgeschlossen, wie im Januar. Für die Fitnessbranche soll der Monat der Auftakt zu einem Jahr mit kräftigem Wachstum werden.

Populärer als Fußball

„Wir erwarten ein Wachstum der Mitgliederzahlen auf dem Vorjahresniveau“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen DSSV, Refit Kamberovic, der FR. Damit würden bis zum Ende des Jahres sechs bis acht Prozent mehr Menschen in Fitnessstudios trainieren. Kamberovic hat aber noch ambitioniertere Ziele. „Die Zahl der Menschen, die im Fitnessstudio trainieren, wird in naher Zukunft von 7,3 auf zwölf Millionen steigen“, sagt er.

Die Fitnessbranche hat sich in den vergangenen Jahren stark professionalisiert und ihr einst negatives Image fast vollständig ablegen können. Dadurch kann sie jetzt erheblich von gesellschaftlichen Trends profitieren. Die Bevölkerung wird älter und gesundheitsbewusster; Ärzte, Krankenkassen und Arbeitgeber fördern präventive Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung. Unregelmäßige Tagesabläufe führen zu Individualisierung, auch des Trainings. Die Fitnessstudios haben auf all diese Entwicklungen eine Antwort. 2010 übertraf Fitness deshalb erstmals Fußball als mitgliederstärkste Sportart in Deutschland.

Die Vielfalt der Trainingsmöglichkeiten ist inzwischen riesig. Ob kostengünstiges, reines Kraft- und Ausdauertraining, Sport und Wellness, zeiteffizientes Zirkeltraining, oder spezielle Trainingsformen für Schwangere, Kinder, junge Erwachsene und Ältere, fast alles wird offeriert. Besonders nachgefragt sind auch Kurse, wie Pilates, Yoga oder Zumba unter Anleitung eines Trainers. Insbesondere Zumba, ein Tanzsporttraining zu lateinamerikanischer Musik, boomt. „Zumba ist ein absoluter Renner“, sagt Kamberovic. Nicht nur in Deutschland, weltweit trainieren über zwölf Millionen Menschen in 125 Ländern in Zumba-Gruppen.

"Immer mehr für das gleiche Geld"

„Die Fitnessstudios bieten immer mehr fürs gleiche Geld“, sagt Kamberovic. Die Kunden würden aber auch immer mehr Qualität nachfragen. Sie wollten bessere Betreuung und ausgefeiltere Angebote. Zudem werden die Kunden älter und finanzstärker. Dadurch würden höherwertige Anbieter gestärkt. Im Schnitt gaben deutsche Fitness-studio-Besucher im Jahr 2010 rund 50 Euro pro Monat für ihre Mitgliedschaft aus. Die Branche erzielte einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Kamberovic beobachtet eine Wanderung von Kunden von Discountern ins Premiumsegment. „Das Billigsegment hat seinen Zenit erreicht“, ist er überzeugt.

Auch Deloitte-Experte Gronau sagt: „Viele stellen eine wachsende Nachfrage nach ganzheitlicher und qualitativ hochwertiger Betreuung fest.“ Ein Problem für die Discounter schließt er daraus nicht, da sich Kunden bewusst für das meist Geräte-basierte Konzept der Discounter entschieden. „Discounter werden weiter wachsen, auch wenn das Marktsegment härter umkämpft sein wird.“ Gronau erwartet, dass sowohl die Discounter als auch Premiumanbieter mit Preisen ab 60 Euro pro Monat wachsen werden. Der mittlere Bereich, der weder richtig billig ist, noch ein sehr gutes Angebot hat, werde abgestraft. Überhaupt werde der Wettbewerb härter. Gronau: „Es ist nicht mehr so einfach wie vor fünf Jahren, einen Laden aufzumachen.“

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