Die Computerriesen Dell und Hewlett-Packard (HP) wischen Sorgen vor einer Flaute vom Tisch. Beide spüren eine anhaltend starke Nachfrage von Unternehmen und haben kaum Hinweise darauf, dass Privatkunden den PC-Neukauf aufschieben. Der Nachholbedarf nach der Krise ist nach ihrer Einschätzung lange nicht gestillt. Dagegen hatte der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco kürzlich eine „ungewöhnliche Unsicherheit“ unter seinen Kunden festgestellt.
Dell erwartet, dass die Unternehmen noch „mehrere Quartale“ lang ihre IT modernisieren. Die Welle an Neuanschaffungen, die Ende 2009 begann, setze sich fort. Ein Grund dafür dürfte die Umstellung auf das Microsoft-Betriebssystem Windows7 sein, in deren Zuge viele Firmen neue Hardware kaufen.
Für die zweite Jahreshälfte erwarten Analysten weltweit Dämpfer für den Aufschwung. Zudem kommt die US-Wirtschaft nur schleppend in Gang, ist die Arbeitslosigkeit dort hoch. Experten fragen sich daher, ob die Verbraucher ihre Einkaufstour fortsetzen.
Um ihren Gewinn müssen sich HP und Dell nicht sorgen. Bei HP wuchs der Überschuss im vergangenen Quartal um sechs Prozent auf fast 1,8 Milliarden Dollar, der Umsatz um elf Prozent auf 30,7 Milliarden. Zur Produktpalette gehören PC, Laptops, Drucker, Server und Scanner. Dell erzielte unter dem Strich ein Plus von 15 Prozent auf 545 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs um gut ein Fünftel auf 15,5 Milliarden.
Probleme haben beide aber mit ihrem Spitzenpersonal. HP sucht mit Hilfe einer Agentur einen Chef, nachdem Mark Hurd nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten war. Bei Dell ist der Gründer und Firmenchef Michael Dell umstritten. Den Aktionären missfällt, dass Dell vom einst weltgrößten PC-Hersteller hinter HP und Acer auf Rang drei abgerutscht ist. rtr
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