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14. Oktober 2012

Fleckenpudding von Dr. Oetker und Aldi: „Paula“ gibt im Pudding-Streit auf

Der Pudding von Dr. Oetker mit Namen „Paula“.  Foto: dpa

Der zähe Kampf ist zu Ende. Dr. Oetker will nicht mehr gegen den Aldi-Pudding „Flecki“ vorgehen. Aldi habe „Paula“ kopiert, findet Dr. Oetker. Doch die Aussicht auf einen Erfolg vor Gericht ist dem Unternehmen zu ungewiss.

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„Paula“ gibt auf: Nach zwei Niederlagen vor Gericht will Dr. Oetker nicht mehr gegen den Fleckenpudding „Flecki“ des Discounters Aldi-Süd klagen. Ein juristischer Erfolg in diesem Geschmacksmusterstreit sei ungewiss, sagte Marketing-Leiter Rainer Lührs. Allerdings werde geprüft, ob gegen Oetkers Patente zur Herstellung der markanten Flecken im Schoko- Vanille-Pudding verstoßen wurde.

In zwei Instanzen hatten Gerichte die Forderung des Lebensmittelriesen zurückgewiesen, Aldis „Flecki“ zu verbieten. Aldi habe das Produkt nachgeahmt, aber den notwendigen Abstand zum Original gewahrt, urteilten die Gerichte.

Rainer Lührs
Rainer Lührs
 Foto: dpa

Oetker hatte seinen Fleckenpudding mit der Comic-Kuh „Paula“ als Geschmacksmuster geschützt und wollte den ähnlichen „Flecki“ des Discounters Aldi Süd verbieten lassen. Die aufwendige Technik zur Herstellung der Flecken im Pudding hatte sich Dr. Oetker patentieren lassen. Nach mehreren Schlappen vor Gericht gibt der Bielefelder Konzern die Schlacht nun endgültig verloren.

Im Juli hatte nach dem Landgericht auch das Düsseldorfer Oberlandesgericht im Eilverfahren die Anträge von Dr. Oetker zurückgewiesen. Aldi Süd habe das Produkt zwar nachgeahmt, dabei aber den nötigen Abstand zum Original gewahrt.

Immer wieder habe Dr. Oetker über die vergangenen Jahrzehnte Ideen gehabt, die anschließend nachgemacht wurden, sagte Lührs - wie etwa bei der Kuchenmischung „Wolke“. „Da tut man Sahne in den Teig und die macht den Kuchen schön luftig“, sagte Lührs. „Andere Anbieter sehen das und sagen: „Ach, das ist ja eine gute Idee von Dr. Oetker. Das machen wir auch.“ In so einem Fall seien die Produkte keine Kopien. „Aber es ist unsere Idee gewesen und andere profitieren davon. So eine Idee kann man nicht schützen lassen“, sagte Lührs.

Der Konkurrenzdruck treibe aber auch den Innovationsprozess an. „Als Markenartikler und Marktführer in vielen Bereichen muss sich Dr. Oetker immer wieder etwas einfallen lassen“, erklärte der Marketingchef. Vor 30 Jahren habe das Unternehmen „Crème Fraiche“ auf den Markt gebracht. „Das kannte hier in Deutschland niemand. Wir waren Marktführer.“ Heute gebe es x Hersteller, der Marktanteil liege nur noch bei 25 Prozent.

Das Verhältnis von Dr. Oetker zu den großen Discountern wie Aldi ist nicht erst seit dem Gerichtsstreit kühl. „Wir stellen keine Handelsmarken für Aldi her“, sagte Marketingchef Lührs. Bei Oetker stehe die Marke im Vordergrund. „Marken werden immer wichtiger, auch bei jungen Leuten.“

Laut „Brigitte“-Kommunikationsanalyse kennen 96 Prozent der Deutschen Dr. Oetker. Weil die Marke so wichtig sei, werde es keine Dr. Oetker-Produkte ohne den Namen geben, sagte Lührs. „Wir machen keine „No Names“.“ Eine „Billig-Paula“ werde es nicht geben, ebensowenig eine „Paula“ in Discounter-Verpackung. „Das ist Betrug am Verbraucher.“ (dpa)

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