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24. Januar 2013

Flughafen-Streik in NRW: Kontrolleure begehren auf

 Von Günther M. Wiedemann
Streiks des Sicherheitspersonals legten den Betrieb auf einigen Flughäfen lahm. Foto: dpa

Eiskalt erwischt: Der Streik der Sicherheitsleute hat die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn kalt erwischt - 235 Flüge werden gestrichen. Und damit nicht genug: Der Streik geht in die nächste Runde. Immerhin geht es für Verdi um die Gehälter in der gesamten Branche.

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Eiskalt erwischt: Der Streik der Sicherheitsleute hat die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn kalt erwischt - 235 Flüge werden gestrichen. Und damit nicht genug: Der Streik geht in die nächste Runde. Immerhin geht es für Verdi um die Gehälter in der gesamten Branche.

Beim Streik der Fluggast-Kontrolleure auf den Airports in Köln und Düsseldorf geht es der Gewerkschaft Verdi nicht nur um höhere Gehälter für die Beschäftigten an den Sicherheitsschleusen. Es geht in diesem Tarifkonflikt um die Einkommen in der Sicherheitsbranche generell. Also auch um das Gehalt der Werkschützer oder Pförtner und um den Lohn privater Sicherheitskräfte bei Veranstaltungen. Die 1000-Berufe-Gewerkschaft Verdi verfolgt dabei eine sehr grundsätzliche Linie: „Wir wollen diese Branche aus dem Niedriglohnsektor herausholen“, erklärt Günter Isemeyer, Verdi-Sprecher in NRW, das generelle Ziel der Tarifrunde.

Um neue Einkommensverträge gerungen wird in dieser Branche mit bundesweit rund 160.000 Beschäftigten aber derzeit nur in NRW und Hamburg. In den anderen Bundesländern gelten die Abkommen noch bis Jahresende. Die Streiks in Düsseldorf und Köln sowie letzte Woche in Hamburg könnten also Vorboten dafür sein, was sich vielleicht in einem Jahr in Berlin oder Frankfurt wiederholen könnte.

„Jedes Maß verloren“

„Wer für die Sicherheit der Bevölkerung sorgt, der darf nicht mit Niedriglöhnen abgespeist werden“, sagt Andrea Becker, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft. Verdi hält das derzeitige Gehaltsgefüge in NRW von 8,23 Euro bis maximal 12,36 Euro brutto pro Stunde für nicht akzeptabel und fordert, dass der 2011 mit den Arbeitgebern vereinbarte Mindestlohn von 8,23 Euro um 2,50 Euro steigt. Für die Fluggast-Kontrolleure soll der Stundenlohn von derzeit 12,36 auf 16 Euro steigen.

Damit hat Verdi nach Ansicht des zuständigen Arbeitgeberverbandes „jedes Maß verloren“. Cornelia Okpara, Geschäftsführerin beim Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW), sagte dieser Zeitung, Lohnsteigerungen von 30 Prozent seien bei den Kunden nicht durchzusetzen. In der letzten Verhandlungsrunde vor Weihnachten haben die Arbeitgeber, so Okpara, für die unteren Lohngruppen ein Plus von fünf Prozent und für die Fluggastkontrolle sogar einen Anstieg von 9,2 Prozent angeboten.

Tarifabschluss im Südwesten

Verdi rechnet anders. Für die Gewerkschaft sind nicht die Prozente, sondern die absoluten Euro-Beträge wichtig, die es am Ende mehr gibt. Mit einem Zuschlag von 40 Cent pro Stunde könne man den Konflikt nicht entschärfen. 70 Prozent der Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe steckten in den unteren Lohngruppen. Viele brauchten einen Zusatzjob, um über die Runden zu kommen, sagt Verdi-Sprecher Isemeyer. „Wir wollen nicht, dass die Leute nachts bei UPS Pakete verladen und morgens an der Schleuse auf dem Airport stehen.“

Die 1000 Fluggast-Kontrolleure in NRW gehören nach BDSW-Einschätzung nicht zu den Geringverdienern. Deren Einkommen würde mit der angebotenen Gehaltserhöhung im Schnitt auf 2700 Euro brutto steigen, sagt Cornelia Okpara. „Da wäre mancher Facharbeiter froh, wenn er dieses Geld hätte“, vermutet sie. In Baden-Württemberg vereinbarte Verdi im November mit den Arbeitgebern, dass Fluggast-Kontrolle 13,26 Euro pro Stunde erhalten. Die Einkommen stiegen damit laut Arbeitgeberverband um 8,2 Prozent. Verdi habe dort einen Stundenlohn akzeptiert, der unter dem Arbeitgeber-Angebot von NRW liege (13,50 Euro). In Hamburg wird am Freitag wieder verhandelt. In NRW soll der Streik bis zum Freitagabend fortgesetzt werden.

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