Reserven solcher Größenordnung hat die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) seit Jahrzehnten nicht verbucht. Auf rund 16 Milliarden Euro belaufen sich die Überschüsse, die einzelne Kassen und der Gesundheitsfonds in den vergangenen zwölf Monaten angehäuft haben. Schade nur, dass bei den Versicherten kaum etwas vom Geldsegen in Form sinkender Beiträge oder rückerstatteter Prämien ankommt. Dabei entsprechen 16 Milliarden Euro rund 1,5 Beitragspunkten, der GKV-Einheitssatz könnte theoretisch von 15,5 auf 14 Prozent fallen. Die Berliner Zeitung erläutert die Hintergründe.
Woher kommen die Überschüsse?
Im Gesundheitsfonds, der die Einnahmen der Krankenkassen verbucht und an diese je nach Krankenstand, Alter und Einkommen der Versicherten zurückzahlt, haben sich aufgrund der guten Beschäftigungsentwicklung und steigender Löhne etwa neun Milliarden Euro angesammelt. Rund 176 Milliarden Euro müssten im Fonds derzeit mindestens vorhanden sein, faktisch sind es 185 Milliarden. Hinzu kommen etwa sieben Milliarden Euro, die einzelne Kassen mehr vom Fonds erhalten haben, als sie tatsächlich benötigten.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.
Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.