Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zieht nach 60 Jahren Präsenz in Frankfurt nun doch nach Berlin um - und der Betriebsrat ist empört. "Zwingend ist das nicht." Schließlich habe die politische Arbeit auch bislang von der Mainmetropole aus gut funktioniert. Zudem sei dies ja nicht die einzige Aufgabe des Verbands.
Es sei viel unkomplizierter, die alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindende Pkw-Messe, die IAA, vor Ort zu organisieren. Und die bleibt definitiv vorerst in Frankfurt, wie ein VDA-Sprecher versichert. Mit der Messegesellschaft gebe es langfristige Verträge und überdies habe man gute Erfahrungen mit dem Standort für die weltweit größte Autoschau gemacht.
Die Stadt Frankfurt sei rechtzeitig über die Umzugspläne informiert. Von ihr war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Betroffen von den Umzugsplänen sind insgesamt mehr als 70 Leute. Die Segel streichen will der VDA nach dem jüngsten Beschluss des Vorstands innerhalb von zwölf Monaten und zwar nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Oberursel, wo etwa zehn Leute beschäftigt sind.
Der Wechsel wird damit begründet, näher am politischen Geschehen zu sein. Deshalb sollten dort alle Fachabteilungen konzentriert werden. Das Haus im Frankfurter Westend wurde im Juni 1949 bezogen, über eine Verwertung der Immobilie, die dem Verband gehört, sei allerdings noch keine Entscheidung getroffen worden, sagt der VDA-Sprecher.
Einen Beleg dafür, dass der Umzug nicht unbedingt nötig ist, um politisch schlagkräftiger argumentieren zu können, sieht der Betriebsrat auch in der Tatsache, dass zum Beispiel nicht minder bedeutende Verbände wie der des Maschinenbaus oder auch der Chemieindustrie weiter ihren Hauptsitz am Main haben.
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