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Frankfurter Börse: Attac protestiert gegen Finanzsystem

Globalisierungskritiker fordern eine Neuordnung des Finanzmarkts. Attac-Mitglieder entrollen über der Dax-Anzeigentafel an der Frankfurter Bösre ein Banner mit der Aufschrift "Finanzmärkte entwaffnen".

Attac-Mitglieder entrollten über der Dax-Anzeigentafel an der Frankfurter Börse ein Banner mit der Aufschrift Finanzmärkte entwaffnen! Mensch und Umwelt vor Shareholder Value! (27.10.2008).
Attac-Mitglieder entrollten über der Dax-Anzeigentafel an der Frankfurter Börse ein Banner mit der Aufschrift "Finanzmärkte entwaffnen! Mensch und Umwelt vor Shareholder Value!" (27.10.2008).
Foto: rtr

Frankfurt. Globalisierungskritiker von Attac haben am Montag in der Börse in Frankfurt eine Neuordnung des Finanzmarkts gefordert. Attac-Mitglieder entrollten über der Dax-Anzeigentafel ein Banner mit der Aufschrift "Finanzmärkte entwaffnen! Mensch und Umwelt vor Shareholder Value!". Die Aktion dauerte nur einige Minuten. Der Handel sei nicht beeinträchtigt worden, sagten Börsianer.

Nach Angaben von Attac hatten 25 Mitglieder der Organisation an einer Börsenführung teilgenommen. Sie seien dann über die Brüstung der Besuchergalerie in den Handelsraum geklettert.

"Die Wut der Menschen über das Versagen von Banken und Politikern ist riesig", sagte Attac-Mitglied Stefan Schultheiß. Die aktuelle Krise sei Ausdruck eines Wirtschaftssystems, das alle gesellschaftlichen Ziele dem Profit der Aktienbesitzer unterordne, kritisierte Stephan Schilling, Mitglied des bundesweiten Attac-Koordinationskreises.

Neben diversen Bannern, die sie über die Empore hängten, warfen sie Flugblätter auf das Parkett. Das Sicherheitspersonal konnte die Aktion nach wenigen Minuten beenden und die Unruhestifter aus der Börse drängen. Als die Polizei eintraf, waren die Unbekannten bereits verschwunden.

Die Deutsche Börse sagte nach dem Vorfall alle Besucherführungen für Montag ab und verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei ermittle wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher.

Die Organisation fordert unter anderem einen "Finanzmarkt-TÜV", der neue Finanzinstrumente standardisiert und prüft, bevor sie gehandelt werden dürften. Um Spekulationsgeschäfte zu reduzieren, solle auf europäischer Ebene eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werden. (rtr/ddp)

Datum:  27 | 10 | 2008
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