kalaydo.de Anzeigen

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

16. November 2012

Frauenquote: Schröders intelligente Quote

 Von Katja Tichomirowa
Frauen sollen in die Kontrollgremien von Unternehmen. Foto: dapd

Familienministerin Schröder stellt einen Frauen-Karriere-Index vor. Das Internetportal "Flexiquote" bewertet die Karrierechancen von Frauen in den 30 Dax-Unternehmen. Mit der Veröffentlichung verspricht sich die Ministerin einen Wettbewerb der Konzerne untereinander.

Drucken per Mail

Familienministerin Schröder stellt einen Frauen-Karriere-Index vor. Das Internetportal "Flexiquote" bewertet die Karrierechancen von Frauen in den 30 Dax-Unternehmen. Mit der Veröffentlichung verspricht sich die Ministerin einen Wettbewerb der Konzerne untereinander.

Das Eigenlob steht über allem: „Flexiquote“ heißt das neue Internetportal, in dem Familienministerin Kristina Schröder (CDU) die Karrierechancen von Frauen in den 30 Dax-Unternehmen bewerten lässt. Die „intelligente Quote“ steht gleich in der Unterzeile.

Intelligent meint in diesem Fall flexibel, denn aus ihrer Abneigung, den Unternehmen starre gesetzlichen Vorgaben für den Anteil von Frauen in Führungspositionen vorzugeben, hat Schröder nie einen Hehl gemacht. Ihren Weg hält sie für den intelligenteren. Die Flexiquote, respektive Kristina Schröder, will nicht mit dem Kopf durch die Wand, wie ein Werbefilmchen auf der Internetseite erklärt, sondern „mit Köpfchen durch die gläserne Decke“.

30 Dax-Unternehmen im Ranking

Ab sofort stehen deshalb die 30 im deutschen Aktienindex Dax verzeichneten Unternehmen mit den Ergebnissen ihrer Bemühungen um mehr Frauen in Führungspositionen in einem Internet-Ranking. Sie hatten sich im Herbst 2011 auf freiwilliger Basis konkrete Ziele für die Führungsebenen unterhalb des Vorstandes vorgegeben. Mittlerweile hat wiederum eine Mehrheit der Unternehmen diese Zielsetzungen auch auf die Vorstandsebene ausgeweitet.

Der Frauen-Karriere-Index, neudeutsch „FKinitial“, beruht nun auf Angaben, die die Unternehmen in einem ersten Statusbericht im Juni 2012 vorlegten. Die Ergebnisse sind also nicht neu, nur die Bewertung. Der FKinitial beschränkt sich dabei nicht auf die konkreten Zahlen, sondern bewertet auch Tempo und Zielvorgaben. Letztere können erheblich differieren. Die Zielmarken für eine Frauenquote schwanken zwischen elf und 35 Prozent. Auch die Tempovorgaben sind unterschiedlich ehrgeizig.

Keine gesetzliche Grundlage für die Quote

Schröder verspricht sich von der Veröffentlichung der Ergebnisse einen Wettbewerb der Konzerne untereinander: „Sie müssen sich dem kritischen Urteil der Führungskräfte von morgen stellen und dem Vergleich mit anderen Unternehmen standhalten.“ Die derzeitigen Gewinner des Wettbewerbs sind – nach eigenen Angaben – die Chemieunternehmen Henkel auf Platz eins und Bayer auf Platz zwei. Darauf folgen BMW und die Deutsche Bank. Die Deutsche Telekom, die sich als erstes deutsches Unternehmen eine eigene Frauenquote vorgab, kam dagegen nur auf Rang fünf. Die Telekom will bis 2015 im mittleren und oberen Management 15 Prozent Frauen haben.

Eine gesetzliche Grundlage für Schröders Flexiquote gibt es aber bis heute nicht. Die Gesetzesvorlage der Ministerin scheiterte an der FDP-Fraktion im Bundestag. Auf der Internetseite „intelligente Quote“ findet sich dazu kein Sterbenswörtchen. Erfolgreicher war da EU-Kommissarin Viviane Reding mit ihrem Gesetzesvorschlag für 40 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Firmen bis 2020. Die EU-Kommission winkte ihn durch, nun müssen noch EU-Parlament und Ministerrat zustimmen.

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Videonachrichten Wirtschaft
Steueroasen
Beliebtes Steuerparadies: Cook Inseln.

Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.

FR-Forum Entwicklung
Das "Forum Entwicklung" ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Die FR diskutiert mit Polarexperte Arved Fuchs, Prof. Claudia Kempfert und Dr. Stephan Paulus.

Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."