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05. Oktober 2013

Freihandelsabkommen: Eigentümliche Rechnung

 Von 
EU-Handelskommisar Karel de Gucht hält ein transatlantisches Freihandelsabkommen für einen beispiellosen Impuls.  Foto: imago/Xinhua

Durch das angestrebte Freihandelsabkommen der EU mit den USA könnten in Deutschland laut Studie 160.000 Arbeitsplätze entstehen. Von dem Abkommen würden nahezu alle Branchen in sämtlichen Bundesländern profitieren, heißt es in einer Studie. Doch es bleiben Fragen offen. Ein Kommentar.

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EU-Handelskommissar Karel de Gucht ist begeistert. Ein transatlantisches Freihandelsabkommen wäre ein „beispielloser Impuls für die Beziehungen zwischen der EU und den USA“, sagt er.

Die Bertelsmann-Stiftung ist ähnlich hoffnungsfroh: Es würden von einem solchen Abkommen auch in Deutschland alle profitieren, vom Großkonzern bis zum Geringverdiener.

160.000 Arbeitsplätze könne das TTIP genannte Abkommen schaffen. So weit die frohe Botschaft. Doch es bleiben Fragen.

Wenn die Prognosen wirklich wahr wären, warum gibt es dann ein solches Abkommen nicht schon seit Jahrzehnten?

160.000 Jobs als kräftiger Impuls?

160.000 neue Jobs – das entspräche auf die lange Sicht einem Anstieg der deutschen Beschäftigung um 0,4 Prozent. Sieht so ein „beispielloser Impuls“ aus?

Die Ökonomen rechnen aus sinkenden Kosten flugs zusätzliche Investitions- und Handelsvolumina aus und kommen so auf eigentümlich konkrete Zahlen. So sollen durch das TTIP die Reallöhne deutscher Geringqualifizierter um 0,9 Prozent zulegen. Ist das realistisch?

Meist tun sich Ökonomen schon schwer, Einkommenszuwächse für ein einzelnes Land für das nächste Jahr unter gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen auszurechnen. Im Falle der TTIP würde es sich aber um viele Länder und mehrere Jahre handeln.

Dazu käme eine Unzahl von Wechselwirkungen und Unsicherheiten durch die neuen Regelungen. Man tut gut daran, derartige Berechnungen als das zu sehen, was sie sind: Modelle.

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