Sie haben es geschafft: Eine Einzelhändlerin, eine Hotelbetreiberin, ein Kfz-Händler, ein Fensterhersteller, ein Softwareentwickler, eine Kinderbetreuerin, ja sogar ein Bestattungsunternehmer gehören zu den neun Finalisten, die sich für den Hessischen Gründerpreis 2011 bewerben.
„Es macht Spaß, wenn honoriert wird, dass man sich traut“, sagt Kari Deppe vom Kaufhaus Hessen in Frankfurt, die es in die Endrunde geschafft hat. Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Katja Zöller hatte sie sich schon für den lokalen Frankfurter Gründerpreis beworben und es auch dort unter die „Top Ten“ geschafft. „Man erhofft sich, dass man ein bisschen bekannt wird“, sagt die ambitionierte Gründerin.
Neun Finalisten, Panama-Kinderbetreuung (Korbach), Bestattungshaus Stromberg (Hüttenberg), Kaufhaus Hessen (Frankfurt), Mein Schloss-Hotel (Heusenstamm), Autohaus Range (Fritzlar), Energy Glas (Wolfshagen), Yatta Solutions , Limon und G.tecz (alle Kassel) stehen im Finale des Gründerpreises.
Die Frankfurter Rundschau ist Medienpartner des Wettbewerbs und wird die Gründer in einer Serie vorstellen.
„Ich freue mich wie verrückt“, sagt Dirk Braun vom Autohaus Range in Fritzlar. Gemeinsam mit seinen Kollegen Friedrich Keller und Michael Machulik hat er von seinem langjährigen Chef, der in der Familie keinen Nachfolger hatte, das Traditionsunternehmen übernommen − und ist nun wie die anderen acht Endrundenteilnehmer ganz nah dran an einem Preis.
Insgesamt hatten sich 83 Jungunternehmerinnen und -unternehmer für den Hessischen Gründerpreis in den drei Kategorien „Geschaffene Arbeitsplätze“, „Mutige Gründung“ und „Innovative Geschäftsidee“ beworben. 44 Bewerber wurden für das Halbfinale ausgewählt und mussten dort in einer kurzen Präsentation die Jury überzeugen. Neun von ihnen – drei in jeder Kategorie – haben es nun in die letzte Runde geschafft und gestalten auf dem Hessischen Mittelstandstag am 22. September in Baunatal einen Messestand. Dort werden sie von den Besuchern bewertet, je Kategorie wird ein Sieger gekürt. Die Preise werden von Wirtschaftsminister Dieter Posch, von Hessens Arbeitsagentur-Chef Frank Martin und der Unternehmerin Claudia Fräger überreicht.
Immer mehr Menschen wagen den Schritt in die Selbständigkeit
Der Hessische Gründerpreis soll herausragende Gründungen auszeichnen, gute Beispiele hervorheben und Gründungsinteressierten Mut machen. Deshalb kommt es nicht allein auf Umsatz und Gewinn an.
Auch Wettbewerbe wie der Hessische Gründerpreis tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen ihre Chancen als Unternehmer suchen. Dem aktuellen KfW-Gründungsmonitor zufolge wagten im vergangenen Jahr bundesweit rund 936.000 Frauen und Männer den Schritt in die Selbstständigkeit, acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die höchsten Gründerquoten weisen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen auf. „In den Ballungsräumen sind die Gründungsvoraussetzungen besonders günstig: Dort treffen große lokale Absatzmärkte mit einem breiten Angebot an Qualifikationen auf den Arbeitsmärkten sowie einer ausgebauten Infrastruktur zusammen“, sagt KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.
Hessen kann sich im bundesweiten Vergleich durchaus sehen lassen. Es folgt mit Bayern und Nordrhein-Westfalen im Ranking auf die Stadtstaaten.
Der volkswirtschaftliche Nutzen von Unternehmensgründungen ist längst anerkannt. Alleine die 44 Unternehmen im Halbfinale des Hessischen Gründerpreises haben zusammen 426 Arbeitsplätze geschaffen, das sind doppelt so viele wie beim Wettbewerb im vergangenen Jahr. Die neun Finalteilnehmer beschäftigen davon insgesamt 186 Mitarbeiter.
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