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Gebühren am Bankautomaten: Der teure Weg zum Geld

Vor allem Kunden von Direktbanken zahlen hohe Gebühren, wenn sie Geld an fremden Automaten abheben. Zu viel, sagen Verbraucherschützer - und zunehmend auch Politiker. Kommt nun die gesetzliche Höchstgrenze? Von Bernd Salzmann

Wer nicht den richtigen Geldautomaten nutzt, muss um 13 Prozent höhere Gebühren zahlen als noch vor sechs Monaten.
Wer nicht den "richtigen" Geldautomaten nutzt, muss um 13 Prozent höhere Gebühren zahlen als noch vor sechs Monaten.
Foto: dpa

Frankfurt a.M. Definitiv ist noch nichts. Doch Ben Tellings, der Vorstandschef der ING-Diba, hat Oberwasser. Er sei zuversichtlich, dass die Gebühren an Geldautomaten schon bald deutlich sinken werden - "und das, wenn nötig, auch zwangsweise", sagte der Chef der Direktbank in Frankfurt.

In der Tat wird die Forderung nach einer "gesetzlichen Höchstgrenze" immer lauter. Auch der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, formulierte eine entsprechende Forderung an die Politik.

Eine Mehrheit der Parteien scheint dafür zumindest aufgeschlossen. Allein der CDU-Verbraucherpolitiker Peter Bleser sagt, eine Reglementierung der freien Preisgestaltung würde "die Versorgung im ländlichen Raum gefährden". Der FDP-Verbraucherpolitiker Hans-Michael Goldmann aber ist dafür, dass eine Transaktion nicht mehr als fünf bis sieben Euro kosten darf.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn plädiert für zwei bis drei Euro. Die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Elvira Drobinski-Weiß und ihr Parteifreund Carsten Sieling würden sogar bei zwei Euro die Grenze ziehen: "Mit Gebühren von bis zu zehn Euro tragen Sparkassen und Volksbanken ihren Kampf gegen die Direktbanken auf dem Rücken der Verbraucher aus."

Plaßmann karikiert die Banker und Manager

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ING-Diba-Chef Tellings nennt diese Position - natürlich - "sympathisch". Ihm würde es die Akquise neuer Kunden enorm erleichtern. Derweil schrecken hohe Automatengebühren so manchen Zeitgenossen ab. So verlangt die Commerzbank nach Angaben der ING-Diba pro Transaktion 9,98 Euro, die Postbank 9,90 Euro. Die Sparkassen pochen im Schnitt auf 7,88 Euro.

Davon treibt die ING-Diba bei ihren Kunden fünf Euro ein. Den Rest übernimmt die Direktbank, um die Leute bei der Stange zu halten, denn die Bank verfügt bundesweit lediglich über 1300 eigene Automaten. "Wir legen pro Transaktion im Schnitt drei Euro drauf", sagt ein Sprecher der ING-Diba.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband will eine "Rückkehr zur Planwirtschaft" allerdings nicht mitmachen, wie eine Sprecherin erklärte. Der Verband würde die Interbankengebühr am liebsten ganz abschaffen. An ihre Stelle solle eine "direktes und transparentes Kundenentgelt" treten. Dann könne sich jeder entscheiden, ob er den jeweiligen Preis zu zahlen bereit sei - oder lieber einen günstigeren Anbieter sucht.

"Wo eine Alternative fehlt, nutzt Transparenz wenig", entgegnen die SPD-Politiker Drobinski-Weiß und Sieling. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis erwidert: "Es gibt kein Verbot zum Aufstellen von Geldautomaten in Deutschland."

Tatsächlich geht es um Marktanteile. Sinken die Gebühren, müssen die Sparkassen, die wie die Genossenschaftsbanken viel Geld für ein flächendeckendes Filial- und Automatennetz aufbringen, weitere Abwanderungen an Tellings und Kollegen fürchten. Bleiben die Transaktionskosten hoch, dürften die Direktbanken zumindest langsamer wachsen.

Tellings wartet den Ausgang des Konflikts interessiert, aber gelassen ab. "Wir streiten, aber wir streiten nicht aus Not", sagt er. Die Direktbank hat 2009 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 277 Millionen Euro erzielt - und 200.000 neue Kunden gewonnen.

Autor:  Bernd Salzmann
Datum:  19 | 3 | 2010
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