Sein Geldhaus hat sich derart überhoben, dass es den Staat zu Hilfe ruft. Er ist Vorsitzender der Kommission für gute Unternehmensführung. Dennoch fordert Commerzbank-Aufsichtsratschef Müller mehr Geld für Vorstände.
Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hat seine gescheiterten Pläne für höhere Vorstandsgehälter bei der staatlich gestützten Bank verteidigt.
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Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hat seine gescheiterten Pläne für höhere Vorstandsgehälter bei der staatlich gestützten Bank verteidigt.
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Frankfurt. Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hat seine gescheiterten Pläne für höhere Vorstandsgehälter bei der staatlich gestützten Bank verteidigt.
"Ich verstehe, dass das für manche auf den ersten Blick widersprüchlich wirken mag", erklärte Müller den Beschäftigten in einem Commerzbank-internen Interview.
Die Vergütung für Vorstände müsse im Vergleich zu anderen deutschen Instituten jedoch wettbewerbsfähig sein. "Man muss kein intimer Kenner der Materie sein, um zu wissen, dass Bankvorstände im Allgemeinen mehr verdienen als unsere derzeit", erklärte er.
Müller, der auch Vorsitzender der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) ist, hatte eine Anhebung der Fixgehälter für Commerzbank-Vorstände auf 750.000 Euro von derzeit 500.000 Euro gefordert.
Dresdner/Commerzbank - Gewinner/Verlierer
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Dresdner/Commerzbank - Gewinner/Verlierer
Verspekuliert: Stefan Jentzsch - Der Chef der verlustreichen Investmentbank Dresdner Kleinwort, muss gehen.
Machtgewinn: Achim Kassow - Der Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Commerzbank bleibt in dieser Position. Für ihn ein Machtgewinn, denn sein Bereich profitiert am meisten von der Übernahme des Wettbewerbers.
Fusionsverlierer: Andree Moschner - Er zeichnete im Dresdner-Vorstand für Produkte für Privat- und Firmenkunden verantwortlich. Moschner hat Glück im Unglück. Einen Posten im Commerzbank-Vorstand bekommt er zwar nicht, außen vor bleibt er aber trotzdem nicht. Wie die Dresdner Bank mitteilte, soll er zum Jahreswechsel in den Allianz-Vorstand einziehen und dort für das deutsche Bankgeschäft des Versicherungskonzerns tätig sein. Dazu gehört vor allem das Geschäft der Oldenburgischen Landesbank, die bei der Allianz verbleibt.
Erfolgloser Rebell: Andreas Georgi - Der für den Vertrieb zuständiger Privatkundenchef der Dresdner Bank soll heftig gegen die Übernahme rebelliert haben. Genutzt haben wird es ihm nicht gerade: Auch er zieht nicht in den Vorstand ein.
Fusionsgewinner: Michael Reuther - Der oberste Investmentbanker der Commerzbank darf sich freuen. Er darf sich aus den Resten des grünen Wettbewerbers raussuchen, was zu seinem bodenständigen Geschäftsmodell passt.
An Bord geblieben: Eric Strutz - Der Finanzvorstand der Commerzbank bleibt erwartungsgemäß auch nach der Fusion an Bord. Dass er gehen würde, hätte kaum jemand erwartet, schließlich dürfte er den Deal mitausgehandelt haben.
Auf Jobsuche: Franz Herrlein - Der im Vorstand für den reibungslosen Ablauf des operativen Geschäfts verantwortlich ist, muss sich wohl nach einem neuen Job umsehen. Ein typischer Fall von doppelt besetzter Funktion.
Pech gehabt: Klaus Rosenfeld - Der Finanzchef der Dresdner Bank hat keine Zukunft bei der fusionierten Commerzbank. Finanzchefs leben generell gefährlich: Mehr als einen braucht selbst ein großes Geldinstitut nun einmal nicht. Inzwischen ist Rosenfeld beim Autozulieferer Schaeffler untergekommen. Gemütlich ist es auch dort nicht.
Die Chefs von Commerzbank und Dresdner Bank demonstrieren Einigkeit - doch an der Verteilung der Rollen gibt es keinerlei Zweifel. Wir zeigen die Gewinner und Verlierer. Kopf auf Zeit gerettet: Herbert Walter - Früher Vorstandschef der Dresdner Bank, zieht nach der Übernahme zunächst als Marketing-Chef in den von Martin Blessing geführten Vorstand der Commerzbank ein. Er ist der Einzige der grünen Truppe, der bleibt. Allerdings nicht lange. Er gibt den Job schon bald auf.
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Jedoch war er mit diesem Plan bei der Bundesregierung gescheitert, die über den Banken-Rettungsfonds Soffin 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank hält.
Wie bereits für 2008 und 2009 erhalten die Top-Manager nun auch für 2010 eine halbe Million Euro. Diese Grenze gilt, wenn die Bank erneut nicht in der Lage ist, für die stille Einlage des Bundes Zinsen zu bezahlen.
Nach früheren Angaben rechnet die Commerzbank erst von 2011 an wieder mit Gewinnen, womit auch die stille Einlage verzinst werden dürfte.
Im Dezember hatte das zweitgrößte deutsche Geldhaus, das vom Staat eine Kapitalspritze von 18,2 Milliarden Euro bekommen hatte, ein neues Vergütungssystem für die Vorstände eingeführt. Ziel dieses Modells sei nicht, die Gesamtbezüge zu erhöhen, betonte Müller. Vielmehr sähe das neue System deutlich geringere variable Bezüge vor.
Die Top-Banker sollen von 2010 an nur noch eine Prämie bekommen, wenn sich ihre Geschäfte mittelfristig auszahlen. Zudem gehen Bonus-Ansprüche verloren, wenn Ziele nicht erreicht werden.
Vor allem im Investmentbanking, in dem in den vergangenen Jahren nach Ansicht von Kritikern teils überzogene Boni gezahlt wurden, soll sich das Gehalt künftig stärker an langfristig erzielten Ergebnissen ausrichten. (rtr)