Bausparen gilt gemeinhin als sehr konservative Geldanlage, mit der nur wenig Rendite zu erzielen ist. Und wer nicht baut, braucht erst recht keinen Bausparvertrag, so die allgemeine Meinung. Doch weit gefehlt: Angesichts der mageren Sparzinsen der Banken erhalten Anleger in Deutschland derzeit die höchsten Zinsen, wenn sie einen Bausparvertrag abschließen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest, die einen Zinsvergleich unter 100 Kreditinstituten angestellt hat.
Vor allem junge Sparer können überproportional profitieren, wenn sie regelmäßig eine feste Rate in den Vertrag einbezahlen und am Ende der Laufzeit auf das Bauspardarlehen verzichten. Das beste Angebot gibt es laut Testbericht derzeit bei der Alten Leipziger: Für einen Sparvertrag über sieben Jahre zahlt die Bausparkasse eine Rendite von 5,21 Prozent pro Jahr – das ist mehr als doppelt so viel wie ein herkömmlicher Banksparplan einbringt und ebenfalls ohne Risiko.
Um auf die Spitzenrendite von mehr als fünf Prozent zu kommen, nennen die Tester aber noch zwei weitere wichtige Voraussetzungen: Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf nicht die Grenze von 25.600 Euro übersteigen (Ehepaare: 51.200 Euro) und die Sparer müssen den Bausparvertrag vor ihrem 25. Lebensjahr abschließen. Dann kommen zu den Zinsen von 4,0 Prozent noch die Wohnungsbauprämie vom Staat (315 bzw. 630 Euro), über die sie nach sieben Jahren frei verfügen dürfen. Alle anderen bekommen die Prämien nur, wenn sie ihr Guthaben zu „wohnwirtschaftlichen Zwecken“ einsetzen.
Bausparen als Geldanlage
Bausparen lohnt sich aber nicht nur für Jugendliche, Studenten und junge Arbeitnehmer. Angesichts der niedrigen Marktzinsen ist nach Berechnungen der Tester ein günstiger Rendite-Bausparvertrag auch ohne staatliche Förderung eine gute Geldanlage. Finanztest macht folgende Rechnung auf:
Spart man sieben Jahre lang 100 Euro pro Monat, ist Bausparern bei der Alten Leipziger ohne Prämien und nach Abzug von Konto- und Abschlussgebühren eine Rendite von 3,42 Prozent im Jahr sicher. Bei der VW-Bank, deren Angebot an festverzinslichen Sparplänen derzeit zu den besten gehören, würde der Sparer mit der gleichen Rate nur 2,08 Prozent Rendite und 440 Euro Zinsen weniger bekommen.
Auf zwei Nachteile weisen die Tester allerdings hin: Ein Bausparvertrag ist deutlich komplizierter als ein normaler Banksparplan. Und: Es gibt immer weniger Bauspartarife mit einer attraktiven Guthabenverzinsung, weil viele Bausparkassen ihre Angebote für kleine Bausparsummen, die auf maximale Rendite getrimmt sind, aus dem Angebot genommen und zudem ihre Guthaben- und Darlehenssätze gesenkt haben. Von den 22 großen deutschen Bausparkassen standen für den Test gerade mal die Alte Leipziger, die Debeka und die Deutsche Bank Bausparkasse Rede und Antwort. Das könnte sich am Ende aber noch als Vorteil erweisen, denn wer hat schon Zeit und Lust, mehr als 20 Angebote zu prüfen und zu vergleichen.
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