Die Anleger sind verunsichert: Steigen die Aktienkurse weiter? Sind Rohstoffe wie Gold und Öl ein Ausweg oder droht dort die nächste Blase? Oder birgt die hohe Liquidität am Markt ein Inflationsrisiko, was zu steigenden Zinsen führen würde? Viele Sparer gehen deshalb auf Nummer sicher und versuchen, ihr Geld kurzfristig zu parken. Sie legen es deshalb in Fest- oder Tagesgeld an.
Dieser Markt ist in Bewegung geraten, denn es tummeln sich einige Newcomer unter den Anbietern. Und diese Neulinge haben es prompt unter die Top-20 bei Finanztest geschafft. Freilich: Allzu hohe Erwartungen darf man derzeit an das Zinsniveau nicht stellen. Nur wenig mehr als zwei Prozent sind drin. Aber das ist immer noch besser als das, was die Finanzagentur des Bundes derzeit zahlt: Zeitweilig gibt es dort nicht einmal mehr 0,2 Prozent.
Tagesgeldkonten (täglich verfügbare Konten) sind eine Alternative zu Sparbüchern. Die Zinssätze liegen meist deutlich über deren Konditionen, können aber von den Banken jederzeit verändert werden. Sinnvoll sind diese Konten als Reserve oder zum kurzfristigen Parken von Geld.
Festgelder sind Einmalanlagen mit einem für die vereinbarte Laufzeit garantiertem Zins.Die üblichen Lauf-zeiten liegen zwischen 30 Tagen und einem Jahr. Vorteil gegenüber dem Tagesgeld: die Zinsgarantie. Allerdings ist das Geld während der Festlegungsfrist nicht verfügbar.
Die Namen der insgesamt sechs neuen Institute, die sich in den Top-20 wiederfinden, sind in der Tat gewöhnungsbedürftig: Doch Banken wie Yapi Kredi, Degussa oder Noa Bank konnten mit Zinssätzen von teilweise 2,5 Prozent langjährige Topbanken verdrängen, etwa Volkswagen Bank direct oder Credit Europe Bank. So gehört heute die niederländisch-türkische Bank Yapi Kredi mit zu den Marktführern im Tages- und Festgeldvergleich. 2,25 Prozent für Tages- und 2,26 Prozent für Festgeld bei sechsmonatiger Laufzeit sind heute ein Spitzenwert, der jeweils für Platz zwei im Ranking reicht. Beim Tagesgeldkonto konnte nur die Bank of Scotland mit 2,3 Prozent Yapi Kredit ausstechen, und beim Festgeld (Mindesteinlage: 5000 Euro) liegt mit der Isbank (sie gehört zur Türkiye Is Bankasi) wiederum ein Newcomer auf Platz eins. Isbank gibt bei sechs Monaten Laufzeit 2,31 Prozent, und auf Platz drei folgt in dieser Tabelle mit der noa bank ein weiterer Neueinsteiger.
Noa Bank ist erst seit November am Markt und konzentriert sich auf das klassische Bankgeschäft: Geld bei Sparern einsammeln und an Firmen verleihen. Auf Kapitalmarkt- und Spekulationsgeschäfte verzichtet die Bank. Es werden weder Fonds, noch Zertifikate oder Aktien verkauft, sondern nur Girokonten, Fest- sowie Tagesgeld geführt sowie Kredite vergeben. Die Sparer wiederum haben eine Art Mitsprachemöglichkeit bei der Kreditvergabe. Mit der Kontoeröffnung sagen sie, in welchen von vier Bereichen sie Kredite vergeben wollen: Region, Leben, Planet, Kultur. Der Anleger kann also für die Kreditvergabe an Betriebe aus der Nachbarschaft votieren. Unter Leben können Altenheime fallen, unter Planet Firmen aus dem Bereich erneuerbare Energien oder Öko-Landbau.
Ein anderes Konzept verfolgt die Degussa Bank (M.M. Warburg Gruppe), die beim Finanztest-Ranking Festgeld auf Platz drei und beim Tagesgeld auf Platz vier landet: Sie hat in den Räumen großer deutscher Firmen 180 Filialen eingerichtet, eigentlich für die Belegschaften, 110 Zweigstellen aber sind öffentlich zugänglich. Lockmittel ist ein Willkommens-Eröffnungsbonus: Wer bei Degussa ein Tagesgeldkonto eröffnet, bekommt 0,35 Prozent mehr als beim Onlinekonto.
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