Ohne Not habe das Bundesamt zugestimmt, das Gen-Mais-Verfahren ruhen zu lassen, kritisieren Umweltschützer. Dabei hätte es beste Aussichten auf einen Erfolg gehabt. Von Stephan Börnecke
Greenpeace-Aktivisten nehmen Pflanzenproben auf einem Maisfeld des Unternehmens Monsanto (Archiv).
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Greenpeace-Aktivisten nehmen Pflanzenproben auf einem Maisfeld des Unternehmens Monsanto (Archiv).
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Nürnberg. Im gerichtlich ausgetragenen Streit über den Anbau des Gen-Mais Mon 810 haben die Umweltorganisationen BUND und Greenpeace das Verhalten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) scharf kritisiert.
Das Bundesamt habe ohne Not dem Ruhen des in Braunschweig anhängigen Verwaltungsgerichtsverfahrens zugestimmt, obwohl die Behörde beste Aussichten gehabt hätte zu obsiegen. Das Anbauverbot für den Gen-Mais wäre dann für rechtens erklärt worden.
Union und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag die Aussaat von Mon 810 von diesem Gerichtsverfahren abhängig gemacht.
Greenpeace-Sprecher Martin Hofstetter sprach von einem "krummen Deal", und BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer warf dem BVL vor, Monsanto in die Hände zu spielen: "Das BVL wollte Monsanto eine Niederlage vor Gericht ersparen." Beide Organisationen verwiesen darauf, dass der Bund vorausgegangene Eilverfahren in erster und zweiter Instanz gewonnen hatte und deshalb die Aussichten, Mon 810 wegen seiner Umweltauswirkungen aus dem Verkehr zu ziehen, gut gewesen wären.
Die dreistesten Mogel-Lebensmittel
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Die dreistesten Mogel-Lebensmittel
Glaubt man dem Hersteller Nestlé, bieten Fitness Fruits eine "leichte" und "ausgewogene" Ernährung, die zur "Wunschfigur" verhilft. Tatsächlich bestehen die Frühstücksflocken zu einem Drittel aus Zucker und machen auf Dauer eher dick als fit.
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Die Firma "Deutsche Sisi-Werke" lässt nichts unversucht, um ihr zuckersüßes Getränk "Capri Sonne" an die jungen Konsumenten zu bringen. Sie ließ zum Beispiel Unterrichtsmaterialien über Ernährung und Bewegung an Schulen verteilen. Außerdem organisierte sie in den Jahren 2007 bis 2009 Feriencamps auf Lanzarote, wo die Kinder nach Recherchen von Foodwatch ständig von Werbung für "Capri Sonne" umgeben waren und sogar selbst als Werbeträger für das aromatisierte Kindergetränk missbraucht wurden.
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Laut Danone ist Actimel ein besonderer Joghurt-Drink, der das Immun-System "aktiviert" und "wetterfest" macht. Tatsächlich "aktiviert" Actimel das Immunsystem nicht mehr als herkömmliche Naturjoghurts, ist aber viermal so teuer und enthält doppelt so viel Zucker. Wissenschaftliche Belege für den Schutz vor Erkältungen gibt es nicht.
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Der Gelbe Zitrone Physalis von Pfanner präsentiert sich als perfekter Wellness-Drink: mit leuchtenden Physalis auf der Packung und dem hochwertigen gelben Tee im Namen. In Wirklichkeit enthält der Drink so wenig von der köstlichen Frucht, dass sie noch nicht einmal als Inhaltsstoff deklariert werden muss, und der gelbe Tee macht gerade mal 15 Prozent der Flüssigkeit aus. Der Rest sind viele Aromastoff und insgesamt 44 Stücke Würfelzucker auf zwei Liter.
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"Enthält Schokolade mit 75 Prozent Kakao" verspricht Dr. Oetker auf seinem Schoko-Pudding Pur Crema Choc. Das ist nicht gelogen. Nur leider enthält das Dessert insgesamt nur 2,5 Prozent Schokolade - was einem Kakaoanteil von ganzen 1,875 Prozent.
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Das Bertolli Pesto Verde von Unilever nach "original italienischer Rezeptur" enthält angeblich nur "beste Zutaten" wie "feinstes Bertolli Olivenöl" und Pinienkerne. Tatsächlich ist nur ein Fingerhut Olivenöl drin und kaukm Pinienkerne. Stattdessen werden vor allem Billigzutaten wie "pflanzliches Öl", Cashewnüsse und Aromastoffe eingesetzt.
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Lecker sieht er aus, der Philadelphia alla Pesto verde & Tomate, mit den frischen Zutaten auf der Verpackung und dem Versprechen von "sonnengereiften Tomaten". Die sind tatsächlich drin - genau 0,4 Prozent der Frischkäsezubereitung machen sie aus. Statt Pesto enthält das Produkt aus dem Hause Kraft eine Basilikum-Schmelzkäse-Mischung - und jede Menge Zusatzstoffe.
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"Schmeckt leicht, belastet nicht" bewirbt Ferroro seine Milchschnitte - und drückt die "ideale" Zwischenmahlzeit gerne werbewirksam prominenten Sportlern in die Hand. In Wahrheit besteht das Schnittchen zu 60 Prozent aus Fett und Zucker - und haut damit mehr rein als manche Schoko-Sahnetorte.
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Rama Cremefine will mit 11 Prozent weniger Fett als herkömmliche Schlagsahne ein Produkt für die "leichte Küche" sein. Dabei enthält das künstliche Lebensmittel viele gesättigte Fettsäuren - "schlechtes Fett" wie Rama selbst es nennt. Und kostet dabei noch doppelt so viel wie normale Schlagsahne.
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Wasabi Erdnüsse von The Lorenz Bahlsen Snack-World. Was fehlt: Wasabi (japanischer Meerrettich). Als Ersatz werden minderwertige Zutaten für den Geschmack verwendet - etwa Spirulina-Konzentrat (Algenkonzentrat), Aroma, Geschmacksverstärker und Farbstoff.
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Bei den Mini Keks Bolden "Schoko" (Hersteller: Biscuits Delacre) vermissen wir die Schokoladenfüllung im Keks. Stattdessen müssen wir billigen Ersatz essen - Kakaocremefüllung mit Schokoladenimitat, unter anderem aus fettarmem Kakaopulver (3,7%), Zucker und gehärtetem Pflanzenfett hergestellt (Verpackung von 2009).
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Beim Combi Weiß in Salzlake, 50 Prozent Fett, (Hersteller: Efe Firat Feinkost) fehlt echter Schafskäse aus Schafsmilch. Stattdessen findet sich in der Dose billiger Ersatz durch Analogkäse, der wie Schafskäse aussieht. Er enthält billiges Pflanzenfett statt Milchfett und Magermilch aus Kuhmilch statt Schafsmilch. Restaurants und Imbissbuden verwenden dieses Käseimitat gerne - und verkaufen es als Schafskäse.
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Bei der Surimi-Garnele (loser Verkauf) handelt es sich um gepresstes Fischeiweiß in Garnelenform. Es gibt täuschend echte Garnelenimitate, in denen Fischeiweiß steckt, das nicht anders verwertbar ist. Zudem Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe und Hühnereiweiß. Guten Appetit!
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Hier zum Vergleich eine echte Garnele. Das Imitat wird immer wieder in Imbissen als "Surimi Garnele, gefangen" bezeichnet, was den Eindruck erwecken soll, es handele sich um echte Garnelen.
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Der Meeresfrüchte Cocktail mit Krebsfleischimitat (Einkauf bei Kaufhof). Für 40 Euro das Kilo erwarten wir 100 Prozent Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen oder Tintenfische. Stattdessen wird das Produkt mit billigem Surimi (Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß) gestreckt.
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Beim Du darfst Putensalat mit Joghurtdressing (Hersteller: Unilever Deutschland) bekommen wir nicht etwa 100 Prozent Putenfleisch. Stattdessen serviert uns der Hersteller zusammengefügte Fleischreste. Zum gewachsenem Putenfleisch kommen Form-Putenfleisch und das noch billigere Form-Hähnchenfleisch.
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Im Fol Epi Nuss von Fromageries Rambol gibt es statt 100 Prozent Käse billigen Schmelzkäse. Die sogenannte Schmelzkäsezubereitung besteht nur zu 65 Prozent aus Käse, ist mit Zusatzstoffen wie Schmelzsalzen (E452, E339: Phosphate) und Aromen versetzt - was bei Käse nicht erlaubt ist. Die Scheiben aus Schmelzkäse sind leicht mit echtem Schnittkäse verwechselbar.
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Im Mucci Vanilleeis (Aldi Nord) muss der Verbraucher echte Vanille und 100 Prozent Milchfett vermissen. Stattdessen billiger Ersatz durch überwiegend synthetisches Vanillin und Kokosfett, wie die Stiftung Warentest ermittelt hat.
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Die Hähnchenschnitten Wiener Art von Vossko-Tiefkühlkost enthalten keine Hähnchenschnitzel aus einem Stück gewachsenem Fleisch. Stattdessen wird billiger Ersatz durch Verschnitt von kleinen Stücken aus Hähnchen- und Putenfleisch verkauft.
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Wer bei den Bio-Vollkorn-Toastbrötchen (Hersteller: Proback, Aldi Nord) denkt, hier handelt es sich um Vollkorntoast-Brötchen aus Vollkornmehl, irrt. Statt 90 Prozent Vollkornmehl im Mehlanteil wie in den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck verlangt sind im Produkt nur 60 Prozent enthalten. Gestreckt wird mit Weizenmehl, gefärbt mit Gerstenmalzsirup.
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Was liegt auf Ihrem Teller - Original oder Fälschung? Das ist, wie hier bei Garnelen, nicht immer leicht zu erkennen. Lebensmittelkonzerne nutzen das aus. Sehen Sie die größten Mogel-Lebensmittel - zusammengestellt von der Verbraucherzentrale Hamburg und von Foodwatch.
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Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen
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Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen
Bei Mogelpackungen ist die Lösung einfach: Immer nach jenen Zahlen schauen, die die Füllmenge angeben. Die aktuelle Tüte des Hundefutters "Frolic Unterwegs" zeigt 180 Gramm.
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Und so sah die Angabe vorher aus: 200 Gramm. Ergibt beim gleich gebliebenen Preis einen Aufschlag von elf Prozent.
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Also nochmal zur Übung. Zwei Tüten mit Hundefutter (diesmal Frolic Rodeo mit Rind), die fast gleich aussehen. Den Blick nach unten...
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... und Sie erkennen die Differenz. Sie ist 35 Gramm groß. Preiserhöhung: 50 Prozent.
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Das Prinzip funktioniert, wie bei "Always Slipeinlagen", auch mit Stückzahlen. Aus 32...
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wird mal schnell 28. Damit schlägt der Hersteller Procter & Gamble bei gleichem Verkaufspreis versteckt um 14,3 Prozent auf.
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Solche Tricks sind zum Pickel-bekommen. Clerasil Ultra verspricht Abhilfe. Früher mit 30 Milliliter pro Tube.
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Jetzt sind noch 15 Milliliter drin.
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Wer nicht die Original-Tinte verwendet, spart. Oder? 20 Milliliter der kostbaren Flüssigkeit steckten mal in dieser Patrone.
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Jetzt sind es noch zehn Milliliter - damit ist die Alternative um 100 Prozent teurer als zuvor.
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Spar- oder Familienpack - was denken Sie, welcher Frico-Käse der günstigere ist?
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Im alten Familienpack waren 400 Gramm, im neuen - so genanannten - Sparpack sind bei gleichem Preis nur noch 375 Gramm. Ein Aufschlag um 6,7 Prozent.
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Eine Fisch-Schlemmerei mit angepriesenem neuen Rezept - auch das kann überraschen. Unten im Bild hervorgehoben der Anteil des in der Herstellung teuren Fisch-Filet-Anteils: 52 Prozent.
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Vorher waren's 70 Prozent. Auch wenn das Füllgewicht gleich bleibt, der Hersteller Iglo macht damit das Filet um 34,6 Prozent teurer (bezogen auf den verringerten Fischanteil).
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Früher war der Deckel von Homanns fruchtigem Käsesalat weniger blau. Dafür verbargen sich drunter 200 Gramm Essen.
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Mit dem zusätzlichen Blau gingen 50 der 200 Gramm verloren. Eine versteckte Preiserhöhung um 33,3 Prozent.
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Auch kleine Differenzen summieren sich zu beachtlichen Aufschlägen. 2,25 Gramm im neuen Teebeutel von Milford.
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Vorher waren's drei Gramm - das bedeutet eine Preiserhöhung von 33,3 Prozent.
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Nochmal eine kleine Zahl: 26 Gramm Milky Way -
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jetzt sind's noch 21,9 Gramm. Der prozentuale Preiseffekt: plus 18,7.
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Was schätzen Sie: Wo ist mehr drin?
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Die rechte, neue Packung kommt zwar wuchtiger daher - aber es sind 40 Millilieter weniger Dessertsoße drin.
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Versteckte Preiserhöhung auch bei Schleckers AS Glaskeramik-Reiniger.
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Aus 250 werden 225 Milliliter - elf Prozent teurer bei gleichem Verkaufspreis.
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Maggis Hühnersuppe wollte bisher vier Kinder mit Tierfiguren erfreuen.
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Da waren's nur noch drei.
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Trösten Sie sich nun bloß nicht mit Zuckerstreusel: Einst legte Schwartau 160 Gramm in den Behälter.
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Jetzt nur noch 115 Gramm - ein Preisplus von 28,7 Prozent. Schwartau war schon früher auffällig mit Packungstricks - wie Sie in unserer ersten Mogel-Fotostrecke sehen können.
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Sie kennen das Prinzip aus der Rätselzeitschrift: Wo ist der Unterschied zwischen der linken und rechten Variante?
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Fotostrecken Wirtschaft
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Laut Greenpeace wurde Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) von der Zustimmung des BVL zur Aussetzung des Verfahrens erst nachträglich unterrichtet. Das Ministerium dementierte diese Darstellung. Man sei laufend informiert worden.
Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass das Verwaltungsgericht Braunschweig das Verfahren ruhen lässt, um eine außergerichtliche Erörterung zu ermöglichen. Monsanto-Sprecher Andreas Thierfelder sagte der FR, dieser Weg sei "zielführender", als den Streit über den Gen-Mais, dessen Aussaat derzeit in Deutschland verboten ist, vor Gericht zu klären. Zu Gesprächen sei Monsanto sofort bereit. Nach Darstellung des BVL sollen keine außergerichtlichen Erörterungen stattfinden. Zudem bleibe der Anbau von Mon 810 vorerst verboten.
Gentechnikfreie Produktion nimmt zu
Inzwischen gilt es als unwahrscheinlich, dass es in diesem Frühjahr noch zu einer Aussaat der einzigen derzeit in Europa grundsätzlich zugelassenen Gen-Pflanze kommt. BUND und Greenpeace äußerten den Verdacht, dass die außergerichtlichen Gespräche nur vorgeschoben sein könnten. Monsanto könnte es tatsächlich darum gehen, das akute Verfahren wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg auszusitzen und stattdessen auf die derzeit vom Konzern betriebene generelle, EU-weite Wiederzulassung des Gen-Mais zu setzen.
Die europäische Zulassung war 2008 ausgelaufen. Monsanto hat sie erneut beantragt, darf aber dort, wo es keine nationalen Anbauverbote gibt, den Gen-Mais weiter aussäen lassen. Wann die EU-Kommission über die neue Zulassung entscheiden wird, ist offen. Zuletzt wurde Mon 810, der auch in fünf anderen EU-Staaten verboten ist, im Jahr 2008 auf rund 200 deutschen Feldern angebaut.
Derweil setzt sich die gentechnikfreie Produktion von Lebensmitteln immer mehr durch. Am Donnerstag kündigte der Babykost-Hersteller Hipp an, auch seine konventionell hergestellte Milchnahrung ohne Gentechnik erzeugen zu wollen. Laut Greenpeace will nach der Molkerei Campina (Landliebe) auch der Konkurrent Humana wesentliche Teile der Produktion auf gentechnikfreie Fütterung der Milchkühe umstellen.
Hipp-Geschäftsleitungsmitglied Johannes Doms sagte, das Unternehmen werde allerdings das Zeichen "Ohne Gentechnik" im Gegensatz zu Molkereien, Fleisch- oder Nudelherstellern nicht verwenden können. Das Label sei, anders als bei Tierfutter, bei aus verschiedenen Zutaten hergestellten Lebensmitteln zu restriktiv in der Anwendung und deshalb nicht praktikabel. Doms verlangte eine Änderung der Kriterien für das Label, da es in seiner jetzigen Form die Nachfrage nach gentechnikfrei erzeugten Nahrungsmitteln behindere.