Antwerpen/Frankfurt. Klaus Franz starrt auf sein Handy und schüttelt den Kopf. Gerade hat der Chef des Europäischen Arbeitnehmerforums (EEF) von Opel und Vauxhall die Meldung erhalten, dass der Sanierungsplan des Managements für die Töchter des US-Autobauers General Motors (GM) fertig sei. Jetzt gehe es nur noch um die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern. "Das ist eine Ankündigung ohne Substanz", knurrt Franz. Denn gerade haben die europäischen Arbeitnehmervertreter vereinbart, dass sie sich jeder Werksschließung - egal wo - widersetzen. Und dem könnte, falls nötig, auch mit "gemeinsamen, europäischen Aktionen" Nachdruck verliehen werden.
Finanzielle Opfer lehnen die Betriebsräte derzeit ab. "Es wird keinen Arbeitnehmerbeitrag aus Europa geben, solange der völlige Produktionsstop in Antwerpen nicht vom Tisch ist." Franz pocht auf einem detaillierten Geschäftsplan. Das bislang Vorgelegte sei eine "Luftnummer". Für den nächsten Montag hat das EEF daher eine Sondersitzung mit dem Management gefordert, um endlich die seit Wochen angekündigten Details der Sanierung und vor allem auch die Vorstellungen zu den geschäftlichen Perspektiven der Autobauer zu erfahren.
Bei Jaguar Land Rover soll ein früherer Topmanager von General Motors (GM) das Steuer übernehmen. Favoriten für den Posten sind der frühere Europa-Chef, Carl-Peter Forster, und Ex-Konzernchef Fritz Henderson. Forster verließ die Gruppe im November, Henderson im Dezember. (dpa)
Streiks lehnen die Gewerkschaften derzeit ab. "Wir wollen die Arbeit nicht niederlegen, sondern das Management von einer Sanierung mit dem Antwerpener Werk überzeugen", betont Peter Scherrer, der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB).
Nick Reilly, Chef von Opel und der britischen Schwester Vauxhall, bekräftigt das Aus für den Standort Antwerpen mit derzeit noch 2600 Beschäftigten noch einmal in Rüsselsheim. "Wir haben 2009 etwa 1,1 Millionen Autos hergestellt, zu guten Zeiten waren es 1,4 Millionen: Selbst wenn wir Antwerpen schließen, haben wir noch immer eine Kapazität von 1,5 Millionen." Zwar seien derzeit keine weiteren Werksschließungen geplant. Die Kosten müssten jedoch überall in Europa gedrückt werden, um Opel profitabel zu machen. Dies strebt Reilly für 2011 an. (mit dpa)
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