Inzwischen will fast jeder Autohersteller auch mit Kleinwagen, Elektro- und Hybridautos groß herauskommen. Das zeigt gerade anschaulich der Genfer Autosalon, den viele Unternehmen als Forum für tiefgrüne Botschaften nutzen. So zum Beispiel Mercedes. Insgesamt zwei Milliarden Euro will der Konzern in die Entwicklung alternativer Antriebe stecken, sagt der zuständige Vorstand Thomas Weber.
"Alle Mercedes-Hybrid-Fahrzeuge werden künftig als Vollhybrid auf den Markt kommen", also über die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor verfügen. Daimler-und Mercedes-Chef Dieter Zetsche setzt noch eins drauf: "Wir fahren nicht nur in der Formel 1 um den Sieg, sondern auch in der Formel Grün."
Allerdings wird er sich dafür mächtig ins Zeug legen müssen, denn Europas größter Autobauer Volkswagen strebt bis 2018 die Marktführerschaft in der E-Mobilität an, dem Jahr, indem die Wolfsburger als weltweit erfolgreichster Autobauer alle Konkurrenten, vor allem den Hybrid-Vorreiter Toyota abgehängt haben wollen. "Wir werden den Hybrid mit unseren Volumenmodellen aus der Nische holen", wirbt VW-Chef Martin Winterkorn. "Das Herz der Marke schlägt in Zukunft auch elektrisch." Golf und Jetta sollen 2013 auf den alternativen Gebieten den Markt erobern, ebenfalls ins Rennen wird dann der Kleinwagen UP geschickt. Die Weiterentwicklung klassischer und das Vorantreiben alternativer Konzepte ist äußerst kostspielig. VW hat im Unterschied zu Mercedes Geld in der Hinterhand und wirtschaftet noch mit Gewinn.
Toyota hat zwar alle Hände voll zu tun, den Imageschaden durch die gigantischen Rückrufaktionen vor allem in den USA so weit als möglich zu begrenzen. Resignation herrscht deshalb nicht bei den Japanern. Mit dem teils elektrifizierten Auris bieten sie der Golf-Klasse Paroli, der Lexus CT 200h fährt gegen den Audi A3 und den Einser BMW an.
Ein Mini ist Pflicht
Was vor allem Oberklasse-Hersteller früher als unter ihrer Würde belächelt hätten, wird heute zur Pflicht: Mindestens ein Kleinwagen muss ins Programm, denn die Nachfrage danach wächst. Auch Deutschland werde "italienischer", schätzt das Car-Institut an der Universität Duisburg-Essen. Waren im Jahr 2000 gerade mal 21,8 Prozent aller Neuwagen Kleinst- und Kleinwagen, dürften es bis zum Jahr 2015 knapp 30 Prozent sein. Zahlreiche neue Modelle sind bis dahin geplant.
Bei VW bildet der UP die Grundlage für eine Kleinwagengruppe zusammen mit den Konzernmarken Audi und Skoda, den A1 stellt Audi in Genf vor. Der E-tron soll Ende 2012 auf den Markt kommen. BMW arbeitet an einem Citycar und einem Mega-City-Vehicle. Opel will in diesem und im nächsten Jahr jeweils 400 Millionen in den Mini-Opel, ein Modell unterhalb des Corsa , investieren. Die alternative Auto-Zukunft hat begonnen - endlich. ( mit dpa)
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