Rüsselsheim. Die belgischen Opelaner streiken gegen die drohende Schließung des Werkes in Antwerpen. Medienberichte der vergangenen Tage hätten den Eindruck erweckt, dass die Schließung von Antwerpen von allen Seiten akzeptiert sei und definitiv erfolgen werde, teilte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz mit. Das seien jedoch "unverantwortliche und chaotische Falschmeldungen", deretwegen Teile der Beschäftigten in Antwerpen die Arbeit niedergelegt hätten.
Auch die Meldungen über Abfindungssummen und die angebliche Zustimmung des Betriebsrats zur Schließung seien "schlichtweg falsch" und hätten erheblichen Unmut bei den Beschäftigten in Antwerpen hervorgerufen.
Vielmehr sei der lokale Sozialplan noch nicht ausverhandelt, da es noch einen Dissens bei der Abfindungshöhe gebe. Zudem müssten noch die Beschäftigten in einem Referendum zustimmen.
Aktuell sucht das Opel-Management nach einer Alternative zur Schließung des Corsa-Werkes in Antwerpen. Sollte bis Ende September kein Käufer gefunden werden, wird der Standort geschlossen.
Um das Werk für einen potenziellen Investor interessanter zu machen, hat Opel nach Angaben des Betriebsrats Produktionszusagen gemacht. So soll an dem Standort unter anderem das neue Astra Cabrio im Auftrag der Adam Opel GmbH montiert werden. Weitere Nischenprodukte könnten folgen. Angesichts der massiven Überkapazitäten in Westeuropa bezweifeln Branchenexperten aber, dass die Investorensuche Erfolg haben wird.
In einem ersten Schritt sollen laut Betriebsrat nach der möglichen Unterzeichnung des Sozialplans 1250 der zuletzt rund 2500 Stellen bis Ende Juni abgebaut werden. Sollte kein Investor gefunden werden, gelte dieser Sozialplan auch für die restliche Belegschaft. (ddp)
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