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Gesamtmetallchef Kannegiesser: "700.000 Menschen zu viel an Bord"

Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser sieht in seiner Branche Hunderttausende Arbeitsplätze bedroht. Mehr Lohn ist deshalb natürlich nicht drin.

Plaßmanns Krise

Berlin. Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser hat die Forderung der IG Metall nach einer Lohnerhöhung in diesem Jahr zurückgewiesen.

"Wie soll man in einer Situation, in der 700.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, über Lohnerhöhungen sprechen? Das passt nicht zusammen", sagte Kannegiesser der "Welt am Sonntag". "Selbst wenn wir nicht die kostspielige Beschäftigungssicherung betreiben würden, wäre der Spielraum für Lohnerhöhungen eng", erklärte der Gesamtmetallpräsident weiter. Einen Kompromiss schloss er aber nicht aus. "Letztlich wird man ein Gesamtpaket schnüren müssen". Die Metallarbeitgeber wollten die Verhandlungen schnell abschließen. Das könnte schon im Februar gelingen.

Arbeitgeber und IG Metall in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verhandeln kommende Woche über ein Jobpaket. Die Grundzüge stehen laut Gewerkschaft bereits, während es beim Einkommen noch weit auseinanderliegende Vorstellungen gibt. Die IG Metall will eine Nullrunde beim Entgelt als Gegenleistung für sichere Jobs verhindern. IG-Metall-Chef Berthold Huber hat bereits Einmalzahlungen als Kompromiss angeboten.

An die Bundesregierung appellierte Kannegiesser, das Jobpaket zu unterstützen. Solange ein Unternehmen Kurzarbeit mache, müsse es auch von den Sozialabgaben auf Kurzarbeit befreit werden, forderte Kannegiesser. Dasselbe müsse dann auch für die betriebliche Kurzarbeit gelten, über die Arbeitgeber und Gewerkschaft verhandeln. Unter dem Strich werde die neue Regelung die Bundesagentur für Arbeit nicht zusätzlich belasten, sagte der Gesamtmetallpräsident. "Am teuersten für die Bundesagentur wird es, wenn die Mitarbeiter entlassen werden und Arbeitslosengeld bekommen."

"Wir haben rein rechnerisch 700.000 Mitarbeiter zu viel an Bord", betonte Kannegiesser. Wir könnten unsere Produktion auch mit 20 bis 25 Prozent weniger Mitarbeitern schaffen. (dpa)

Datum:  13 | 2 | 2010
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