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Gewerkschaft: IG Metall plant radikalen Umbau

IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel schlägt eine tiefgreifende Reform seiner Organisation vor. Er will den Vorstand verkleinern und mehr Mittel in Mitgliedergewinnung stecken. Von Eva Roth

Noch wird diskutiert, doch bald sollen die Umbau-Arbeiten in der IG Metall beginnen.
Noch wird diskutiert, doch bald sollen die Umbau-Arbeiten in der IG Metall beginnen.
Foto: Henning Kaiser/ddp

Frankfurt. IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel schlägt eine tiefgreifende Reform seiner Organisation vor. Ziel ist, Mitgliederzuwächse zu erreichen. "Für die Mitgliedergewinnung müssen mehr Ressourcen bereitgestellt werden", heißt es in dem Diskussionspapier eines Projektteams unter Wetzels Leitung, das der Frankfurter Rundschau vorliegt.

Unterm Strich soll die Reform nicht zu Mehrausgaben führen: "Zusätzliche Mittel für Erschließungsaktivitäten müssen durch Einsparungen an anderer Stelle, beispielsweise durch Effizienzsteigerungen (...), gegenfinanziert werden", fordert Wetzel.

Konkret schlägt sein Team vor, den geschäftsführenden IG-Metall-Vorstand drastisch zu verkleinern: von sieben Mitgliedern auf drei oder maximal fünf. In der Vorstandsverwaltung sollen Ressorts zusammengelegt werden, um Doppelarbeit zu vermeiden. Politisch soll die Gewerkschaftsspitze dabei keineswegs geschwächt werden. "Strategiebildung ist Sache des Vorstands", heißt es klipp und klar in dem Papier.

Die 164 örtlichen Verwaltungsstellen müssten "als zentrale Anlaufstellen für unsere Mitglieder mit mehr Ressourcen ausgestattet werden". Insbesondere soll sich für sie die Mitgliederwerbung stärker als bisher lohnen. Bislang erhalten sie einen Sockelbetrag, zusätzlich bleiben 20 Prozent der Beiträge "ihrer" Mitglieder in ihren Kassen. Künftig sollen es im ersten Jahr 60 Prozent sein. Zudem sollen auch ehrenamtliche Funktionäre Fördermittel für die Mitgliederwerbung erhalten können. Das, heißt es in der IG Metall, gebe es bislang wohl in keiner deutschen Gewerkschaft.

Die sieben selbstbewussten Bezirksleiter in den Regionen, die schon mal im Alleingang Aktionen, etwa zu bundespolitischen Themen, starten, sollen stärker in die Entscheidungen der IG-Metall-Spitze eingebunden werden und beratend an Sitzungen des Vorstands teilnehmen können.

Um mehr für die Mitgliedergewinnung tun zu können, ohne die bisherige Arbeit zu vernachlässigen, müsse die Organisation professioneller und effizienter arbeiten, heißt es in dem Papier. Selbstkritisch genannt werden etwa "Defizite im Führungsverhalten" und unzureichendes Controlling.

Das Reformpapier ist keine Reaktion auf die aktuelle Krise. Es basiert auf einem Beschluss des Gewerkschaftskongresses von 2007, der Reformvorschläge vom Vorstand fordert. Das Papier soll jetzt in der Organisation diskutiert werden, Anfang 2010 ist ein Vorstandsbeschluss geplant.

Die IG Metall hatte Ende 2008 rund 2,3 Millionen Mitglieder. Damit hatte sie den Mitgliederschwund gestoppt, aber keinen Zuwachs erreicht.

Autor:  Eva Roth
Datum:  12 | 9 | 2009
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