Da immer noch nicht sicher ist, ob Athen jemals seine verbleibenden Schulden bezahlen kann, musste die Commerzbank im dritten Quartal den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen um 52 Prozent abschreiben. Allein dadurch machte sie einen Verlust 798 Millionen Euro.
Der Abbau von Risiken und anderen Wertberichtigungen drückten die Commerzbank sogar noch tiefer in die roten Zahlen. Dass der Gesamtverlust etwas geringer ausfällt liegt vor allem an der Kernbank. Die erwirtschaftete im Privatkunden - und Mittelstandsgeschäft einen Gewinn von 851 Millionen Euro. Ursprünglich wollte die Commerzbank in diesem Jahr vier Milliarden Euro im Kerngeschäft erzielen. Doch von diesem Gewinnziel musste sich die Commerzbank nun verabschieden.
Commerzbank verordnet sich Schlankheitskur
Insgesamt war der Verlust jedoch größer als viele Analysten befürchtet hatten. Vor einem Jahr hatte die Commerzbank in diesem Zeitraum noch 113 Millionen Euro verdient.
Ihre verlustreichen Sparten will die Commerzbank nun drastisch eindämmen. Ihre Problemtochter, der Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo, soll keine Neugeschäfte mehr abschließn. Kredite will die Bank nur noch in Deutschland und Polen vergeben. Außerdem stehen alle Beteiligungen auf dem Prüfstand, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Ausgenommen sind nur der profitabel Internet-Broker Comdirect und die florierende polnische BRE Bank. Zuletzt wurde darüber spekuliert, ob sich die Bank von den beiden profitablen Töchtern trennen könnte, um schnell an Geld zu kommen.
Der Verkauf ihrer Beteiligungen soll der Commerzbank helfen, die vor einer Woche beschlossenen härteren Kapitalauflagen für große europäische Banken zu erfüllen. Die EU-Regulierer wollen, dass Europas Banken in den kommenden acht Monaten eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent aufbauen, um auch einem Übergreifen der Griechenland-Krise auf andere Euro-Länder zu widerstehen.
Außerdem will die Bank Gewinne einbehalten und die Kosten weiter drücken. So werden beispielsweise auch alle externen Beratungsleistungen und eingekaufte Serviceleistungen auf den Prüfstand gestellt. (rtr/dpa)
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